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| Schamanismus |

Was ist Schamanismus
Das
Wort Schamane stammt ursprünglich aus Sibirien: "saman" ist der
ewenkische Begriff für "einen Menschen, der weiß, einen der
erhitzt oder erregt ist". Dies wurde in Europa gleichgesetzt mit Zauberer,
Medizinmann/frau, Hexendoktor oder Magier. Heute ist es der wissenschaftliche
Begriff für einen "ekstatischen Heiler". Doch was ist eigentlich
Schamanismus? V.N.Basilov (1981) definiert es folgendermaßen: "Schamanismus
ist ein Kult, dessen zentrale Idee der Glaube an die Fähigkeit einiger
Individuen ist, von Geistern erwählt zu sein, um mit ihnen in einem Zustand
der Ekstase zu kommunizieren und die Funktionen eines Mittlers zwischen den
Welten der Geister und der des jeweiligen menschlichen Kollektivs einzunehmen."
Ein Schamane ist also ein Auserwählter der Geister, die ihn lehren in Trance
zu fallen und auf Seelenreise zu gehen. Er arbeitet immer im Auftrag und zum
Wohl der Gemeinschaft, in der er lebt.
Das schamanische Weltbild
Für Schamanen ist die gesamte Natur beseelt, nicht nur Lebewesen sondern
auch Gegenstände. Sie glauben an das Weiterleben der Seele nach dem Tod,
an Ahnen- und Elementargeister, die sie als Helfer und Lehrer verehren. Die
Fähigkeit der Seele, sich vom Körper zu lösen und auf Reisen
zu gehen ist eines der wichtigsten Merkmale.
Der schamanische Kosmos ist aufgeteilt in verschiedene Ebenen, die miteinander
verbunden sind. Der Schamane besitzt die Fähigkeit, diese Ebenen seelisch
zu bereisen. Die Welt ist ein-geteilt in die mittlere (bekannte) Welt, untere
und obere Welt/en. Die Verbindung zwischen ihnen besteht oft in Form eines Baums,
Flusses, Pfahls, manchmal auch in einem Loch oder einer Höhle.
Auch die Realität ist in unterschiedliche Ebenen eingeteilt. Die Dimension
der Geister ist allgegenwärtig, bleibt dem normalen Menschen aber verborgen.
Ereignisse in der normalen Welt haben Auswirkungen in der Welt der Geister und
umgekehrt. Darin zeigt sich eine wechselseitige Abhängigkeit von Mensch
und Kosmos. Nur Schamanen können sich durch ihre kontrollierte Trance gleichzeitig
in der "normalen" und der "Geister-Welt" bewegen.
Schamanische Traditionen sind weltweit zu finden. Vermutlich ist es die älteste
Form der Religion. Das zeigt sich auch in der staken Verbindung von Schamanismus
und Jagd: der Schamane sicherte das Jagdglück und versöhnte die Tiergeister.
In Agrarkulturen gab es hauptsächlich weibliche Schamanen, in Jagdgesellschaften
mehr männliche. |
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| Autor: |
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redsett |
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ø 10,00 |
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