Leipziger Flair
Wenn Sie die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt kennenlernen, die in Jahrhunderten
dem Wirtschafts- und Geistesleben in Europa reiche Impulse verliehen hat, so
spüren Sie auch das besondere Leipziger Flair. Denn hier pulsiert das Leben,
sind Tradition und Fortschritt am Beginn des 21. Jahrhunderts auf Schritt und
Tritt zu spüren. So ist Leipzig eine Stadt, der bescheinigt wird, eine
der dynamischsten Großstädte Europas zu sein.
Das
historische Stadtzentrum, umgeben von einem grünen Promenadenring, der
den einstigen Verlauf der Befestigungsanlagen markiert, bildet dabei das lebendige
historische Herz dieser Stadt.
Um das Jahr 1165 erhielt der Ort das Stadt- und Marktrecht, womit
im Umkreis von 1 Meile (ca. 15 Km) kein den Handel der Stadt beeinträchtigender
Jahrmarkt abgehalten werden durfte. Für ihre weiter Entwicklung zu einem
Messeplatz ersten Ranges war das entscheidend. Die Entwicklung der Messe ging
einher mit den - vor allem durch Kriege unterbrochene - Blütezeiten der
Handelsstadt.
Die Bürger dieser Stadt, die dem Geiste der neuen Zeit stets
aufgeschlossen waren, förderten die Künste und die Wissenschaft. Wertvolle
Privatsammlungen und Stiftungen begründeten bedeutende Museen. Eine der
ältesten Universitäten Deutschlands zog Studenten aus vielen Ländern
des Kontinents an. Der große deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe,
der hier studiert hatte, nannte Leipzig ehrerbietig "Klein Paris".
In den letzten hundert Jahren wuchs Leipzig zu einer Großstadt
europäischer Dimension, die innovativ auf die Entwicklung der Wirtschaft,
Technik, Wissenschaft und Kultur ausstrahlte.
Im Herbst 1989 führten Massendemonstrationen Leipziger Bürger
zur friedlichen Revolution und gaben entscheidende Impulse für die deutsche
Wiedervereinigung.
Ort bei den Linden
Slawische Siedler, die Sorben, die den Lindenbaum als Heiligtum verehrten, begründeten
im 7.-9. Jahrhundert Lipzk, den "Ort bei den Linden". Erstmals wird
um 1015 die deutsche Burg urbs Libzi erwähnt, in deren Nähe eine Kaufmanns-
und Handwerkersiedlung entsteht. Um das Jahr 1165 wird mit dem Stadtbrief gleichzeitig
auch das Marktrecht begründet. Ab 1190 sind zweimal im Jahr große
Jahrmärkte - der Oster- und der Michaelismarkt. Bis Mitte des 15. Jahrhunderts
entwickeln sich Handwerk und Gewerbe stetig, wobei die Stadt und viele ihrer
wohlhabenden Bürger von Silberfunden im Erzgebirge profitieren. In jener
Zeit entstehen solche prächtigen Renaissancegebäude wie das Alte Rathaus,
die Alte Nikolaischule, die Alte Waage und der Coffe Baum, den eine barocke
Portalplastik ziert.
Von
Einheimischen wie Besuchern gleichermaßen wurde Leipzig wegen seiner reizvollen
Natur geschätzt. Die rings um die Stadt liegenden Dörfer bildeten
beliebte Ausflugsziele. Der Dichter Friedrich Schiller ließ sich im benachbarten
Dorf Gohlis zu Versen seiner Ode "An die Freude" inspirieren, die
als Schlußchor der 9. Sinfonie Beethovens weltberühmt wurde. Vermögende
Bürger legten etwa 30 prachtvolle Barockgärten mit wundervollen Anlagen,
Promenaden, Skulpturen, Gondelteichen an. Heute erinnern daran Straßennamen
wie Apels Garten oder Czermaks Garten.
Im 19. Jahrhundert wurde die engere Stadtgrenze,
die heutige City, gesprengt. Aus den umliegenden Dörfern entstanden Vorstädte,
die nach und nach eingemeindet wurden.
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