
Frankfurt auf Höhenkurs
Man
kann sie gar nicht übersehen: Aus der City ragen die Türme der Banken
weithin sichtbar in den Himmel. Lange Zeit umstritten, ist die Skyline heute
Symbol für die Dynamik der Stadt. Sie sind aus Glas oder aus Beton, mal
schmal, mal rund, mal spitz, mal mit und mal ohne Antenne. Frankfurt haben sie
den Beinamen Mainhattan eingebracht. Noch in den 50er Jahren war der Kaiserdom
mit seinen 96 Metern das höchste Gebäude der Stadt. Heute reckt sich
der Commerzbankturm samt Antenne mit fast 300 Metern in die Höhe und hält
damit den Rekord unter den Bürohäusern in Europa. Derzeit überragen
an die 80 Hochhäuser, meist Bank- oder Bürogebäude, mitten aus
dem Zentrum heraus die Stadt, 100 sind es demnächst. In der Skyline spiegelt
sich die wirtschaftliche Dynamik Frankfurts wider, doch lautet inzwischen das
Motto der Bauherren nicht nur immer höher, sondern oft auch: immer schöner.
Der
im Jahr 2000 fertiggestellte "Maintower" wurde mit einer Aussichtsterrasse
im 56. Stock für Besucher geöffnet, eine Premiere im Frankfurter Hochhausbau,
nicht ganz ohne den lenkenden Einfluss der städtischen Planer zustande
gekommen. Der Wettlauf um den höchsten Turm in Frankfurt ist noch lange
nicht entschieden. Geplant ist als Spitze Europas der Milleniumtower mit 365
Metern Höhe. Er soll ein ehrgeiziges Städtebaukonzept krönen:
das "Europaviertel". Dieses Büro- und Wohnviertel soll auf einem
brachliegenden Gelände direkt neben der Messe entstehen. Ein Projekt, das
sich in seiner Dimension am hauptstädtischen Potsdamer Platz messen lassen
wird.
Globaler Marktplatz
Frankfurt,
einer der ersten Finanzplätze in Europa und seit 1998 auch Sitz der Europäischen
Zentralbank, hat das Flair einer überschaubaren Minimetropole. Schon seit
dem Mittelalter hat sich die am Main gelegene ehemalige freie Reichsstadt, Kreuzpunkt
der europäischen Handelsstraßen und über Jahrhunderte Krönungsort
der deutschen Kaiser, zu einem der bedeutenden europäischen Finanz- und
Handelsplätze entwickelt. Heute lenken 368 Banken, darunter die Deutsche
Bundesbank und etwa 230 ausländische Banken sowie die weltweit viertgrößte
Aktien-Börse von hier aus den Geldfluss. Mit 569.000 Arbeitsplätzen
hat Frankfurt fast so viele Beschäftigte wie Einwohner (650.000).
Internationalität
und Vielsprachigkeit gehören zum Alltag, immerhin hat nahezu jeder 3.Frankfurter
keinen deutschen Pass! Ein internationales Drehkreuz ist auch der Flughafen,
mit einem Aufkommen von mehr als 45 Millionen Passagieren pro Jahr der zweitgrößte
in Europa. Weltweit agiert ebenfalls die Frankfurter Messe, übrigens die
älteste der Welt. Ob Buchmesse, Musikmesse oder Automobilschau: Bis zu
2,7 Millionen Messegäste zählt die Mainstadt in Spitzenjahren.
Globales Dorf
Apfelwein
und Sushi, Wolkenkratzer und Fachwerk: Frankfurt steckt voller Kontraste und
verbindet auf faszinierende Weise Modernes mit Althergebrachtem, Urbanes mit
Dörflichem. Wenn Internationalität Frankfurts Leitmotiv ist, so geht
es in den Stadtteilen doch hier und da erstaunlich beschaulich zu, zuweilen
herrscht hier gar die Gemütlichkeit des Dörflichen mit Fachwerk, engen
Gassen und traditionsreichen Apfelweinschänken. Der internationalste und
spannendste Stadtteil wiederum ist das Bahnhofsviertel. Seit Jahrzehnten ist
es als anrüchig verschrien, aber das Geschäft mit dem Sex, mit Peep-shows
und Bordellen, ist nicht alles.
Auf noch nicht einmal einem Quadratkilometer leben hier über hundert Nationalitäten
in den bisweilen prächtigen Gründerzeithäusern friedlich nebeneinander.Tag
und Nacht trifft man hier mehr Menschen an als in jedem anderen Teil Frankfurts,
die Geschäftsmeile "Zeil", die umsatzstärkste Einkaufsmeile
der Republik im Herzen der Stadt, vielleicht ausgenommen.
Stadtkultur am Fluss
Palmen
am Main, Wiesen und Brücken, Ausblicke und Promenaden: Frankfurt ist eine
Stadt am Fluss, und das Mainufer hat viel zu bieten. Das Mainufer haben nach
den Spaziergängern und Rollschuhfahrern - Marika Kilius dreht hier im sogenannten
"Nizza" ihre ersten Runden - heute auch Radfahrer und Skater entdeckt.
Zurück zum Fluss, lautet auch das Zauberwort der Frankfurter Stadtplaner.
Mit Cocktailbars und Gartenrestaurants könnte die Ufermeile in Zukunft
erst recht zu einer genüsslichen Flanierzone werden. Schon heute gibt es
zu beiden Seiten des Mains mit dem Museumsufer eine einzigartige Kulturmeile,
die den Reiz der Flusslandschaft wieder in den Blick rückt.
International
renommierte Architekten wie Oswald Mathias Ungers und der New Yorker Richard
Meier haben die vorhandene Museumslandschaft ergänzt und ausgebaut. Zwischen
Eisernem Steg und Friedensbrücke sind zum Teil in restaurierten Bürgervillen,
zum Teil in anspruchsvollen architektonischen Neubauten in zehn Jahren dreizehn
Museen neu entstanden oder ausgebaut worden, darunter ein Filmmuseum, ein Architekturmuseum,
das Museum für Angewandte Kunst und das Jüdische Museum. Der in der
Nähe des Doms gelegene und aufgrund seiner eigenwilligen dreieckigen Form
als „Tortenstück” bezeichnete Neubau des Museums für Moderne
Kunst ist als letztes hinzugekommen.
Stadt Frankfurt
Termin.-
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