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Formen systemischer Skulpturen und Strukturaufstellungen

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Formen systemischer Skulpturen und Strukturaufstellungen

Auswahl der RepräsentantInnen

Leitung: Wähl` bitte zunächst jemanden für Dich in Bezug auf dieses Anliegen. Wähle für Dich eine Frau, bei allen anderen Rollen bist Du ganz frei.

Die Teilnehmerin wählt eine Repräsentantin aus.

Leitung: Wir nennen Deine Repräsentantin während der Aufstellung jetzt Deinen "Focus". Und jetzt kommen die vier Positionen, …

(Anm.: Das Tetralemma wurde zuvor kurz erläutert; sonst würden die Rollen mit ganz kurzen Erklärungen an dieser Stelle eingeführt.)

Leitung: … also zunächst das Eine. Dann wähle also jemanden für das Eine. Was ist Dir im Augenblick gerade näher, "die Freiheit" oder "die Aufgabe?"?

T: Die Freiheit.

Leitung: Gut dann - als das Eine "die Freiheit" und wähle dafür eine Repräsentantin. Die Klientin kommt dieser Aufforderung nach, ebenso bei den folgenden Schritten. Leitung: Jetzt kommt das Andere, und der gegenwärtige Rufname für das Andere ist "die Aufgabe".

Leitung: Und jetzt wähle jemanden für Beides, was immer das hier heißen mag. Das ist das Feine bei Aufstellungen, daß wir nicht genau wissen müssen, was unter den jeweiligen Begriff fällt. - Und jetzt Keines von Beiden, wenn es weder um "die Aufgabe" geht, noch um die "Freiheit", noch um Beides, sondern eben um Keines von Beiden. - Und jetzt kommt noch die fünfte Position und die versteht sowieso keiner und sie darf sich anschließend nach ihren eigenen Impulsen bewegen und ist darum eine Nichtposition. Sie heißt Und auch dies nicht - und selbst das nicht! Jede und jeder ist passend dafür, den oder die Du dafür wählst.

Für die Darstellungen werden folgende Abkürzungen verwendet:

(mR steht für einen (männlichen) Repräsentanten, wR für eine (weibliche) Repräsentantin)

  • Leiter der Aufstellung: (in diesem Fall beide Autoren (abwechselnd sprechend))
  • Seminarteilnehmerin: (T)
  • Focus: (F) (wR)
  • Repräsentant für „das Eine“ "die Freiheit": (E) (wR)
  • Repräsentant für „das Andere“ "die Aufgabe": (A) (mR)
  • (Die beiden ersten Positionen erhalten wie hier bei der Tetralemmaarbeit im allgemeinen noch
  • jeweils einen inhaltlich gefärbten "Rufnamen" vom Klienten.)
  • Repräsentant für Beides: (B) (mR)
  • Repräsentant für Keines von Beidem: (K) (mR)
  • Repräsentant für die fünfte "Nicht-Position": (5) (wR)

Leitung: Gut, jetzt können wir schon anfangen. Beginne mit den vier Positionen und stell` zunächst diese auf.

Anleitung des Aufstellungsprozesses für das Anfangsbild

Leitung: Wir machen eine freie Tetralemmaaufstellung, das heißt, Du kannst alle Repräsentanten einfach irgendwie hier im Raum anordnen. Du berührst zunächst die Schulter von das Eine und läßt Dich überraschen, wo Deine Hände sie hinführen. Du achtest auf Deine Fußsohlen und Deine Handflächen zugleich, spürst Deinen Atem und machst einen kleinen Schritt nach vorne und folgst der Bewegung, in der Du Dich gerade schon befindest. Die Repräsentantin achtet dabei auf alle Unterschiede im Sehen und Hören, in Atem und Herzschlag, in Leichtigkeit, Schwere, Wärme und Kälte, im Gleichgewicht, in der Innen- und Außenorientierung, und auf alle Unterschiede - von den Fußsohlen bis zur Kopfhaut -, bis sie an ihren Platz gekommen ist - und Deine Hände werden wissen, welcher Platz passend und stimmig für sie ist im inneren Bild, das nach außen kommt, und sich erst dann von den Schulterblättern der Repräsentantin lösen - und die Repräsentantin wird weiter auf alle körperlichen Unterschiede achten, während die anderen Repräsentanten dazukommen.

Die Klientin stellt, von ähnlichen Anweisungen begleitet, die vier Positionen ihres Tetralemmas auf.

Wir haben die Erfahrung gemacht, daß eine derartige vom hypnotherapeutischen Sprachgebrauch geleitete Art der Induktion beim Aufstellen zu "guten RepräsentantInnen" und einem gesammelten Aufstellen durch die KlientInnen führt. "Ein guter Repräsentant zu sein" sind aus unserer Sicht keine Eigenschaften von Personen, sondern die Folge eines angemessenen Umgangs mit den RepräsentantInnen und Klienten bei der Aufstellung. Die Betonung von Unterschieden und Körper - wahrnehmungsformen läßt die Tendenz zu persönlichen Interpretationen nahezu verschwinden ("Wir können verstehen, was besser heißt, ohne zu wissen, was gut heißt." Steve de Shazer).

Wie oben erwähnt, werden bei einer freien Tetralemmaaufstellung zunächst designierte Orte wie Repräsentanten i.e.S. aufgestellt und erst bei der ersten (oder manchmal auch einer folgenden) Umstellung an die vier einander gegenüberliegenden Plätze (auf dem Umfang eines Kreises oder einer Ellipse) gebracht, wo sie dann zu Orten werden.

Leitung: Stell jetzt Deine Repräsentantin dazu - und jetzt die fünfte Position, die dann, sobald Du sie aufgestellt hast, sich nur noch nach ihren eigenen Impulsen frei bewegen sollte. Sie hat einfach die Freiheit, genau das zu machen, was sie möchte.

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Autor:   Heribert Döring-Meijer
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