Weitere Möglichkeiten
für den Einsatz von Skulpturen (auch bei Team- und Gruppenkonflikten)
- In Teams
als sogenanntes „Blitzlicht“ empfiehlt es sich,
die Skulptur vom kürzesten/jüngsten Teammitglied (er/sie hat noch
den am wenigsten verbauten Blick für das System) und dann noch einmal
vom längsten/ältesten (schon lange im Team, Scheuklappen, wenig
Außenperspektive) Teammitglied aufstellen zu lassen ohne Vorgespräch
nur mit einer kleinen Einleitung. Der Auftrag ist hier jeweils die gegenwärtige
Situation und Sichtweise dieser Teammitglieder (auch gutes Instrument bei
Neuaufträgen Supervision/Coaching/Beratung und bei Konflikten).
- In der Fallsupervision
wird die Skulptur einschließlich dem Patienten/Klienten/Kunden
um den es geht, um diesen Patienten („Fall“) herum aufgebaut.
Es ist wichtig, jemanden aus dem Team für diese Person auszuwählen,
der wenig – noch besser nichts – mit diesem Patienten/Kunden zu
tun hat. Die Skulptur aufstellen muß der Auftraggeber(Therapeut/Sozialarbeiter)
der mit dem Auftrag kam. Aufgestellt werden alle die zum Team, zum Auftrag
oder zur Familie gehören. Alle Beziehungen in dieser Skulptur, Distanz
und Nähe etc. müssen angeschaut werden im Besonderen die zum Patienten/Kunden.
Dieser berichtet aus der Innenperspektive.
- Bei Problem- und
Lösungsfragen und deren Bearbeitung in einer Skulptur
ist es wichtig, jemanden für das Problem und jemanden
für die mögliche Lösung mit aufzustellen.
Das Problem und auch die Lösung werden frei im Raum aufgestellt. Damit
es hier nicht zur Manipulation von Problem und Lösung kommt, sucht der
Supervisor/Berater etc. die jeweiligen Plätze für Problem und Lösung
aus und stellt diese „irgendwo“ im Raum auf. Für den Problemplatz
und den Lösungsplatz muß dann jeweils ein Platzhalter (z.B. Stuhl)
genommen werden, weil alle beteiligten Personen, alle
Teammitglieder, zur Verfügung stehen müssen, die hier involviert
sind und dazugehören. Das Team gruppiert sich nach eigenem Gefühl
und „Gutdünken“ um das aufgestellte Problem und um die aufgestellte
Lösung. In aller Regel wissen Ratsuchende/Teams/Gruppen die Lösung
des Problems ziemlich genau, und die verhinderte Lösung ist häufig
der verdeckte Gewinn und es geht mehr darum, daß dies in einer Skulptur
noch einmal deutlich wird. Die einzelnen Teammitglieder/Beteiligten können
sich dann sowohl auf dem Problemplatz wie auch auf dem Lösungsplatz stellen,
um sich dort einzufühlen. “Wie fühlt sich das Problem, wie
die mögliche Lösung an“.
Fehlende Mitarbeiter müssen durch Platzhalter ersetzt
werden. Die Platzhalter werden durch Teamentscheidung dazu gestellt Die Lösung
zeigt sich nicht im Verstehen des Problems sondern in dessen Reduzierung bzw.
Verschwinden. Der Lösung ist es meistens egal was das Problem ist. Das
Problem will häufig nur gesehen/gewürdigt werden.
- Feedback Skulptur
in Paar-Konstellationen/in der Paar-Beratung. Sie laden die Teilnehmer
ein, sich einen Partner zu wählen. Die Paare verteilen sich im Raum,
um möglichst ungestört arbeiten zu können. Nun formt der eine
Partner den anderen so, wie er ihn erlebt, welche „Haltungen“
er an ihm wahrnimmt und welche „Einstellung“. Es wird nicht dabei
gesprochen. Ist der Partner/die Partnerin geformt, kann er sagen, was er in
dieser Haltung spürt und empfindet. Danach sagt ihm der modellierende
Partner, wie er ihn erlebt und welchen Eindruck er ihm mit dieser Skulptur
vermitteln wollte. Jetzt wechseln beide die Rollen , der geformte Partner
formt nun den anderen Partner zu einer Feedback-Statue. Nach deren Austausch
über die Statue wechseln die Partner und bilden neue Paare. Dort beginnt
wieder einer, den anderen zu einer Feedback-Statue zu formen.... Drei Wechsel
sind gut, aber mehr als fünf kaum verdaulich!
Je mehr Zeit sich die Paare
nehmen, desto ergiebiger wird die Methode. Jedenfalls lohnt sich anschließend
noch ein kurzes Blitzlicht über die Erfahrungen bei dieser Paararbeit.
Diese Skulptur läßt sich nicht nur in einer Gruppe, in der sich
die Paare erst bilden als Konfliktlösungsmodell, sondern auch in der Paar-Beratung
in der Einzelpraxis anwenden. Dauer: ca. 1 Stunde.
Erweiterte Formen einer
Skulptur unter Einbezug kreativer Mittel
1. Die Vernissage
Die Gruppe/das Team setzt sich im Kreis auf Kissen am Boden gegenüber.
Unter Zuhilfenahme von bereitgestellten Klötzen/Utensilien/Figuren (versch.
Größen/Farben/Aussehen) umbaut sich jeder im Team mit diesen „Materialien“
in eine Skulptur ein und trifft damit eine Aussage/Entscheidung über den
gegenwärtigen Stand der Dinge, die beziehungskonstellation, den Unterschied
der den Unterschied macht, über alles was ihn/sie am Gegenübersitzenden
im Kreis im vorgegebenen Kontext, kognitiv und emotional bewegt. Nach Aufbau
der Skulptur - um sich herumverlassen die Teilnehmer ihren Platz, den sie im
Kreis und in der aufgebauten Skulptur innehatten, und malen ein Bild über
die derzeitige Situation in der Gruppe/im Team und legen dieses Bild noch an
den verlassenen Platz in die Skulptur und signieren es mit dem jeweiligen Namen.
Nun beginnt die Vernissage. Jeder geht zu jedem Platz im Kreis
- ohne Worte - nehmen dann alle zur Kenntnis und in sich auf
-„das was ist“, sich zeigt und in Bewegung ist.
Ein Austausch ist zu einem späteren Zeitpunkt, nach einer Pause, vorgesehen.
Gute ergiebige - aber sanfte Möglichkeit bei Konflikten und Teambildungsprozessen.
- Dauer der Vernissage:
ca. 3 - 4 Stunden einschließlich Austausch und Nachbesprechung.
- Material:
Holzklötze (verschiedene Größen, Formen, Farben), diverse
Utensilien, auch aus der Spielzeugkiste, Playmobil-Teile usw.
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