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Formen systemischer Skulpturen und Strukturaufstellungen

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Formen systemischer Skulpturen und Strukturaufstellungen

Leitung zu T: Jetzt kannst Du mal neben die "Aufgabe" treten und ihn mal ansehen und prüfen, wie es ist, dort zu sein.

Tritt auf die rechte Seite von A, findet es dort aber noch arg ungewohnt und etwas schwierig. Auf der
linken Seite wird es "einfacher", wie T sagt.

(In der Grammatik der Systemischen Strukturaufstellungen ist im allgemeinen die rechte Seite neben einem Ort die eigenverantwortliche, die linke die geführte und kann daher meist schon früher als die rechte eingenommen werden.)

Neunte Intervention/Prozeßarbeit zur Trennung zweier Aspekte bei der dritten Position und zur Einbeziehung dieser Aspekte

B: Mir geht es schlechter, das Gefühl, dass meine Beine wegschmelzen.

Leitung zu T: Schau bitte mal hierher zu Beides; vielleicht kannst Du zu ihm sagen (Anm.: mit Geste zum Einen und zum Anderen weisend): "Dies … und das. … Beides. … Etwas mehr Zeit."

B: Immer noch zum Umfallen.

Leitung zu T: Ich mache noch eine Sache: Schau bitte zu Beides, und stell Dir vor, dass hier etwas davor (vor B) wäre" (L hält dabei die Hand vor das Gesicht von B, so daß dieses für T teilweise verdeckt ist, und beginnt beim nächsten Satz, die Hand in Zeitlupe wegzuziehen, wie wenn sich ein Schleier lüftet.

Leitung: "Wie ist das für Dich (T), wenn sich das hier trennt (d.h. die Hand vor dem Gesicht von B zur Seite gezogen wird)?

T: Das ist angenehmer so. So ist er (B) nicht mehr so wichtig. Dann fordert Leitung T auf, zu B zu sagen "Meine Aufgaben sind nur meine Aufgaben … und das Deine laß ich Dir ganz". T wiederholt dies heftig bewegt und dabei atmet Beides plötzlich tief und erleichtert durch.

Leitung: Das heißt, da ist eine Person aufgetaucht (in B), und das eigentliche Beides steht jetzt hier

(Anm.: nämlich wo die zur Andeutung der Entschleierung verwendete eine Hand des L sich gerade befindet).

Das heißt, da gibt es eine Überlastung; von dieser Person es wird eine Art Auftrag übernommen, hier ist die "eigene Art der Verbindung"

(Leitung führt dies damit als Namen für das eigentliche Beides ein, indem er darauf hinweist. Anschließend wird ein neuer Repräsentant für das eigentliche Beides unter dem Namen "die eigene Art der Verbindung" anstelle der Hand von L mit ins Aufstellungsbild gestellt.)

Leitung bittet T, sich neben die „eigene Art der Verbindung“ zu stellen, vom Einen zum Anderen zu schauen, und sich an die beginnende gute Gewohnheit erinnern, immer wieder in diese Richtungen zu
blicken.

Zehnte und abschließende Intervention/Prozeßarbeit: Das Nehmen des Lösungsbildes

(5)stellt sich neben E) E fühlt sich ganz ruhig.

Da nun alle RepräsentantInnen sich mit der Aufstellung gut fühlen, wird T von L aufgefordert, "Breite dort, wo Du stehst, die Arme weit aus, und führe sie mit einer umfassenden Bewegung, mit der Du das

ganze Bild einlädst, zu Dir zu kommen, zum Herzen, und laß´Dich überraschen, was Dein Herz damit anfängt - denn eine Aufstellung endet immer mit einem neuen Anfang."

Nach einer gewissen Zeit endet dann die Aufstellungen mit den Worten:

Leitung zu T: "Und die Fortsetzung dazu - ist dann in der Außenwelt. … Für Dich geht es gerade los … und Deine lieben Rollenspieler entläßt Du in Ihr eigenes Leben"

(Abschließend erfolgten noch einige kurze Entrollungshinweise an die ehemaligen RepräsentantInnen.)

Dieses Beispiel sollte den LeserInnen den Ablauf einer eher komplexen Tetralemmaaufstellung verdeutlichen.

III.
Zum Abschluß sei noch eine Bemerkung zur Natürlichkeit von Analogien zwischen Tetralemma- und Familienaufstellungen angefügt. Die Loyalitäten zum Vater und zur Mutter haben zunächst in den meisten Fällen für das Kind einen mehr oder weniger ausgeprägten Dilemmacharakter. Dieses Dilemma läßt sich aus der Sicht des Familienstellens im Nehmen beider Eltern auflösen, etwa durch typische rituelle Sätze des Zumutens wie " Und ich mute Dir zu, liebe(r) Mutter/Vater, daß mir der Vater/die Mutter genauso lieb sein darf wie Du - und Du bleibst mir dabei so wichtig wie er/sie". Sind damit die beiden Eltern die ersten beiden Positionen eines Tetralemmas, so wird die Ursprungsfamilie, bzw. - „das Nehmen beider Eltern“ - zu einer der Deutungen der dritten Position. Die vierte Position ist dann der Schritt in das eigene System, also der Weg in die eigene Gegenwartsfamilie, denn hier geht es eben weder um die Vater- noch um die Mutterloyalität als Hauptthema, da das neue System dem Prinzip der indirekten Zeitfolge zwischen den Systemen gemäß (vgl. Sparrer 1997) dem älteren gegenüber in der systemischen Aufstellungsarbeit vorrangig behandelt wird.“

(Quelle: Sparrer/Kibed in „Die entdeckte Wirklichkeit“ S. 62 ff. v.H. Döring-Meijer (Hg.)



Heribert Döring-Meijer
Systemische Beratungspraxis CLARO!
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Autor:   Heribert Döring-Meijer
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