von Heribert Döring-Meijer
Die hier von mir dokumentierte Erweiterung der systemischen Skulpturarbeit und
der
Strukturaufstellungen erfolgte nach vieljähriger eigener Erfahrung in den
verschiedensten
Beratungskontexten und ist nur für den eigenen Gebrauch gedacht.
Gerne dürfen sie damit arbeiten - eine Weitergabe in dokumentierter oder
kopierter Form ist nicht gestattet!!
Die Skulpturarbeit wurde entwickelt um Systeme in Bewegung zu sehen / in Bewegung
zu bringen. Zirkularität, Wirklichkeitskonstruktionen, Innenwelten und
Außenwelten sichtbar zu machen, ist hier von großer Bedeutung. Wahrnehmungen
werden um visuelle, akustische, taktile und olfaktorische Aspekte erweitert.
Grundprämissen dieser Arbeit:
- Bewegung bringt Bewegung.
- Innenwelten sind Wirklichkeitskonstruktionen.
- Innenwelten sind den Außenwelten
visualisier- und darstellbar.
- Einzelne Elemente eines
Systems und das Gesamtbild eines Systems sind durch Protagonisten reproduzierbar.
- Unterscheidungen sehen
und verstehen von konstruierter, entdeckter und gefundener Wirklichkeit (Watzlawick
> Döring-Meijer > Hellinger).
- Wahrnehmungen sind durch
Protagonisten rekonstruierbar.
- Wahrnehmungen stehen in
Zusammenhang mit der Position in Bezug auf andere in einem definierten Raum.
- Wahrnehmungen werden erweitert
um visuelle, akustische, taktile und olfaktorische Aspekte.
- Beziehungsstrukturen und
Funktionen einzelner Positionen sind visualisierbar.
- Personen Stehen im Kontext
eines Systems.
- gegenwärtige Situation
und die Lösungsmöglichkeiten werden sichtbar und kognitiv nachvollziehbar.
Mögliche Vorarbeit
mit Teams/Gruppen vor der Skulptur bzw. vor der Aufstellung (nach Heribert Döring-Meijer)
Teamstränge stellen:
Das Team/die Gruppe wird jeweils nach Alter, Zugehörigkeit, Ausbildungsstand,
Hierarchie (es gibt weitere Möglichkeiten) in einer Reihe aufgestellt um
dann die „Unterschiede/auf dem jeweiligen Platz zu spüren - die/der
den Unterschied machen/macht“. Das eventuell „jüngste“
Teammitglied in der Firmenzugehörigkeit (sie fing erst vor 6 Monaten in
dieser Firma an zu arbeiten und ist 58 Jahre alt) steht in der Zugehörigkeitsreihe
an letzter Stelle, in der Altersreihe an dritter Stelle (es sind zwei ältere
Kollegen in der Firma), und in der Hierachiereihe an erster Stelle, weil sie
die neue Leiterin des Teams ist. Es ist auch wichtig das jeder den Teamstrang
rauf und runter schaut und spürt um das jeweils „Besondere“
in den einzelnen, besonderen und unterschiedlichen Teampositionen wahrzunehmen.
Gute Möglichkeit zur Erlangung von mehr Teamfähigkeit und Nutzung
der Ressourcen, die im jeweiligen Team zur Verfügung stehen.
Die Arbeit mit Skulpturen eignet sich sehr gut in der Beratung/in der Supervision/im
Coaching und am Anfang eines neuen Beratungszyklusses, um den „Stand der
Dinge“/mögliche Lösungsschritte/Lösungsbereitschaft anzuschauen.
Auch während eines Team-Entwicklungsprozesses, in der Fall- Supervision
und als Möglichkeit bei Problem- und Lösungsfragen. Es ist keine
Aufstellung im Sinne der Aufstellungsarbeit Bert Hellingers,
sondern ist der systemisch konstruktivistischen Sicht und Wirklichkeit zuzuordnen.
Diese Arbeit stellt aber eine gute Verbindung zwischen konstruierter und gefundener
Wirklichkeit dar und gehört zur Gruppe der Strukturaufstellungen.
- Zentrierung des ressourcen- und
lösungsorientierten Vorgesprächs direkt vor der Skulptur im Beisein
der Gruppe auf eine Frage bzw. auf einen Auftrag.
- Der Auftraggebende wird zum Akteur
und stellt die Skulptur der gegenwärtigen Situation (Status quo) in der
Gruppe / im Team auf. Er/Sie wählt für die eigene Person einen Platzhalter/Protagonisten
(nicht aus dem Team) und gewinnt dadurch eine Außenperspektive.
- Die in der Skulptur gestellten Personen
nutzen ihren gesamten Organismus als Informationsquelle und
werden entsprechend gestellt bzw. modelliert (Gestik/Mimik/Körperhaltung)
> wie von einem Bildhauer. In der Fallsupervision und auch in Lösungs-
und Problemaufstellungen soll auf Modellierung (Mimik/Gestik/besondere Körperhaltungen)
verzichtet werden, um Manipulationen auszuschließen.
- Vor- und Nachteile jeder
Position werden beschrieben. Es wird deutlich, dass auch die gegenwärtige,
aufgestellte Situation (Status quo) eine gegenwärtige, mögliche
Lösung darstellt.
- Verschiedene Wirklichkeiten der
verschiedenen Auftraggebenden werden deutlich!
- Der/die Auftraggebende / Aufstellende
nimmt seine/ihre Rolle im Status quo ein und löst den Platzhalter/Protagonisten
ab. Auch er/sie nutzt seinen/ihren gesamten Organismus als Informationsquelle
und schaut jetzt aus der Innenperspektive.
- Der/die Auftraggebende/Aufstellende
kehrt nun in seine Rolle als Akteur zurück und begibt sich in eine neue
Position in der gleichen Skulptur, in der er besser für sich
sorgt. Diese neue Position stellt eine weitere Lösungsoption dar.
- Die Unterschiede,
die die neue Position macht, werden von allen Beteiligten
beschrieben.
- Jetzt nehmen die übrigen Personen
- ohne Worte - in der Skulptur eine kleine Veränderung
ihrer Position vor, in der auch sie besser für sich sorgen. Diese für
alle Beteiligten neue Position wird für einen Moment
eingefroren, mit geschlossenen Augen gespürt. Dann mit „offenen
Augen und Sinnen“ wahrgenommen und danach werden die Unterschiede, die
die neuen Positionen machen, von allen Beteiligten beschrieben.
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