von
Gerlinde Meijer
Im Erstgespräch wird die Basis einer weiteren Zusammenarbeit geschaffen.
Daher ist es wichtig den Rahmen gut zu klären.
Begrüßung und Kontaktaufnahme
Sich selbst und gegebenenfalls die Einrichtung, Praxis vorstellen, den Ablauf
des Erstgespräches erläutern, sowie die Rahmenbedingungen (Schweigepflicht,
Zeit, Kosten,...) abklären.
Die Kontaktaufnahme erfolgt freundlich, wertschätzend und respektvoll,
zu jedem Anwesenden (Familienmitglied) gleichermaßen. Die Sprache orientiert
sich an der Sprache der Klienten. Die eigene Individualität wird genutzt,
um mit den Klienten einen guten positiven Kontakt herzustellen.
Überweisungskontext
Wenn jemand auf eigene Initiative kommt, gibt es häufig verschiedene innere
Anteile. Ein Teil möchte kommen, der andere nicht. Ein Teil sucht Veränderung,
der andere nicht.
Auftragsklärung: Anlass - Zielvorstellungen - Auftrag
Wen Klienten Ziele formulieren, welche sich ihrer Meinung nach nicht verwirklichen
lassen, ist die Frage, was dies für die Beratung bedeutet. Das kann in
öffnenden Rückfragen erfragt werden und erweist sich als konstruktiver
als zu interpretieren.
Manchen Klienten fällt es nicht leicht, sich auf eine Auftragsklärung
einzulassen. Wenn das Bedürfnis die Problemschilderung sehr ausführlich
zu betreiben groß ist, ist es nützlich die eigene Wahrnehmung und
Beobachtung zu schildern und offene Fragen zu stellen.
z.B. "Ich nehme wahr, dass es ihnen wichtig ist, ihr
Anliegen ausführlich zu schildern .Zu einem späteren Zeitpunkt werden
wir dafür mehr Zeit haben. Um hilfreich zu sein / um zu verstehen, was
Sie sich von der Beratung wünschen, wäre es mir noch wichtig einige
Fragen zu stellen. Ist das für Sie in Ordnung?.... Angenommen die Beratung
wäre hilfreich, woran würden Sie das merken?"
Pauschal-konkret / negativ - positiv/ stattdessen
Es gibt Klienten, welche sich unter Beratung vorstellen, dass sie Tipps erhalten.
Wenn die Beraterin Tipps gibt, kann leicht die Situation entstehen, dass diese
abgelehnt, als bereits ausprobiert benannt werden und so immer ausgiebiger die
empfundene Ausweglosigkeit geschildert wird. Dennoch muss der Wunsch nach Tipps
nicht abgelehnt werden, wenn zuvor die Nützlichkeit und Zielvorstellung
angesprochen wird. Beispielsweise: "Angenommen ich würde Ihnen
Tipps geben, wozu wären sie gut? - Haben Sie den Eindruck hier gibt es
etwas Allgemeingültiges oder denken Sie es müsste auf ihre spezielle
Situation zugeschnitten sein? –Ich kann Ihnen meine eigenen Ideen oder
die Ideen andere anbieten. Was denken Sie?...Sie überprüfen für
sich, was sie damit anfangen können".
Manchen Klienten fällt es schwer, den Beitrag, den der Berater leisten
soll, zu formulieren. Die Frage nach dem Auftrag ist dann auf besondere Art
einzuführen. Beispielsweise: "Ich habe noch eine schwierige oder
vielleicht ungewöhnliche Frage .....haben Sie eine Vorstellung mitgebracht,
was mein Beitrag hierzu sein könnte?"
Der formulierte Auftrag wird überprüft bezüglich der inneren
Stimmigkeit, der Machbarkeit, der Ethik und der eigenen Kompetenz. Bei Unstimmigkeit
wird verhandelt, in dem Sinn, dass andere stimmigere Angebote gemacht werden.
"das erscheint mir nicht stimmig, was mir stimmig erscheint wäre:....wie
wäre das für Sie?"
"das erscheint mir nicht stimmig, was mir stimmig erscheint wäre:....wie
wäre das für Sie? Oder wenn der Auftrag als nicht machbar erscheint:
"Wenn wir uns jetzt darauf einlassen, obwohl auch Ihnen dieser Auftrag
nur zu 10% als machbar erscheint, was bedeutet dies für unsere Zusammenarbeit?"
Ergebnis der Überprüfung des Auftrages kann auch sein, dass kein Beratungskontrakt
zu Stande kommt. " Ich kann für Sie nicht sinnvoll arbeiten."
"Ich bin für Sie nicht die richtige Beraterin"." Die
Institution XX ist für ihr Anliegen geeigneter, spezialisiert."
Zum Schluss des Erstgespräches erfolgt der Kontrakt, beziehungsweise die
Verlaufsplanung. (Wie viele Gespräche in welchem Zeitraum, in welchem Abständen,...)
Weitere Termine werden direkt vereinbart oder nach telefonischer Rückmeldung
und Terminanfrage. Für den Fall, dass weitere Gespräche gewünscht
sind, kann bereits eine Aufgabe mitgegeben werden.
Zum Abschluss dem Klienten Möglichkeit zur Rückmeldung zum Erstgespräch
geben. "Wie gehen Sie jetzt? Welche Anregungen/ Ideen nehmen Sie mit?"
Gerlinde
Meijer
Systemische Beratungspraxis CLARO! | |