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In der Seele bin ich viele Generationen

In der Seele bin ich viele Generationen

Familienstellen als Erkenntnisweg
von Corinna Grund

Das Familienstellen ist heute weithin bekannt als eine Methode zum Erkennen und Lösen negativer Lebensmuster, mit der erwünschten Wirkung, sich Gesundheit und Glück zu erlauben. Dies ist nicht selbstverständlich, denn jeder Mensch ist innerlich verbunden mit den Verhaltens- und Fühlweisen seiner Herkunftsfamilie oder auch des Partners bzw. der Partnerin, und damit auch in die guten und schweren Ereignisse, die er selbst und andere mit ihm und vor ihm erlebt haben. In der Seele fühlen wir alles und alle, wir sind - psychisch gesprochen - Mehrgenerationenwesen.

In der Seele fühlen wir alles und alle

Hierzu ein paar Beispiele:

War eine Mutter sehr unglücklich, so gibt es eine Tendenz, über deren Leid nicht hinauszugehen, z.B. indem man sich als Kind innerlich sagt: "Ich darf es auch nicht besser haben als Du!".

Mehr als nur ein Glaubenssatz, der einfach "wegtherapiert" werden darf, zeigt sich darin der Ausdruck tiefer innerer Verbundenheit mit einem geliebten Menschen, einer Verbundenheit, die auch bereit wäre, zu opfern: Die eigene Freude, das Glück, den persönlichen Erfolg, die Gesundheit, die Partnerschaft, den Kontakt zur Familie, ja, selbst das Leben.

Das ist gewiss nicht logisch, es ist auch nicht unlogisch, sondern unser seelischer Ausdruck von Bezogensein.

Verlor ein Vater seinen Vater früh, so kann es sein, dass sein Verlustschmerz nicht von ihm selbst, sondern von seinem Sohn gefühlt wird, dessen Fühlen ja nicht durch das Verlusttrauma erstarrt ist.

Verhalten und Gefühle werden über die Generationen weiter gegeben, und ebenso unterbundenes Fühlen oder Verhalten.

Paarbeziehungen finden im Zwischenraum von zwei Menschen statt, jedoch nicht nur. Alle anderen, von denen zwei Verliebte abstammen, all jene, die eine Rolle gespielt haben in ihrer Geschichte, beziehen sich aufeinander in ihnen.

Was das bedeutet, erkennt man, wenn ein Paar sich liebt und dennoch auseinander geht. Zum Beispiel, weil einer der beiden im Sog steht von ungelösten Ereignissen seiner Herkunftsfamilie und sich in Folge vom anderen trennt.

Dankbarkeit wirkt

Beim Familienstellen wird ein Ausgleich angestrebt im Sinne einer guten Lösung aus der Verstrickung für alle Beteiligten, auch ehemals Ausgeschlossener. Scham und Schuldgefühle weichen, Trauma wandelt sich in Kraft, Wege werden frei für neues Spüren, Fühlen und Handeln, Versöhnung beginnt, Dankbarkeit kann wirken. Auch Symptome, die im Dienst der Sichtbarmachung solcher Geschehnisse entstanden sind, werden oft von selbst überflüssig.

Die meisten dieser Einsichten gehen auf die mutige Pionierarbeit Bert Hellingers zurück. Heute kann jeder offene, interessierte Mensch den bereits zurück gelegten Erkenntnisweg des Familienstellens für sich nutzen, etwa als Reinigungsprozess von eigenen behindernden Bildern über sich und die Welt und als tiefe, heilende Erfahrung. Voraussetzung: Einfach sein, beobachten, spüren, abseits von moralischem Urteilen und Verurteilen.

Corinna Grund, Heilpraktikerin
Internationale Ausbilderin für Familiensteller in Deutschland, Italien, Schweiz, Brasilien und Portugal
Tel.: +49 (0)6151 953 627
www.corinna-grund.com  ::  info@corinna-grund.com




Autor:   Corinna Grund
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