Yoga liegt in Deutschland voll im Trend. Wie
kommt es, das drei bis vier Millionen Menschen regelmäßig in Deutschland
Yoga praktizieren? Die Mischung kommt an: Yoga verbindet Körperübungen
mit Atemtechniken, Meditation und Tiefenentspannung.
Der körperliche Aspekt ist dabei nur ein Teil vom Ganzen - beim Praktizieren
von Yoga sind Flexibilität, Stärke, Balance, Ausdauer und Entspannung
die entscheidenden Faktoren. Im Yoga werden somit zahlreiche Aspekte des Menschen
angesprochen und vor allem finden beispielsweise auch Sportler die nötige
innere Ruhe, Gelassenheit und Konzentration. Der Beruf des Yoga-Lehrenden ist
inzwischen gesellschaftlich anerkannt und gewinnt beständig Bedeutung in
der Gesundheitsbranche - es gilt, dem Menschen einen ganzheitlichen Übungsweg
im Alltag anzubieten.
Der Körper ist Teil unserer Seele. In der Übersetzung bedeutet das
Sanskrit-Wort Yoga "Verbindung". Gemeint ist die Rück-"Verbindung"
des persönlichen Ich mit dem universellen, unsterblichen "Selbst"
(indisch Atman).
Das Lehren des Yoga beruht auf einer Tradition, die einige tausend Jahre alt
ist und die sich aus verschiedenen geistigen und spirituellen Strömungen
Indiens entwickelt hat. Vor rund einhundert Jahren ist von Indien die erste
Yogawelle in den Westen geströmt und erlangte in den dreißiger Jahren
ihren ersten Höhepunkt.
Der Exilrusse Boris Sacharow (1899-1959) gründete 1937 die erste Yogaschule.
In jener Zeit war es vor allem der Inder Selvarajan Yesudian (1916-1998) und
die Ungarin Elisabeth Haich (1897-1994), die dem klassischen Hatha-Yoga eine
Basis in der Gesellschaft verschafften.
Das Praktizieren von Körper -und Atemübungen galt in diesen frühen
westlichen Yoga-Schulen immer nur als Einstieg in die geistige Dimension des
Königlichen Raja-Yoga, mit seinen Techniken zur Konzentrationssteigerung
und zur Meditation.
Die Lehrmethode wurde durch viele spirituelle Lehrer geformt, wie dem Yogameister
B.K.S. Iyengar, der als junger Mann unter Tuberkulose und Typhus litt - er soll
sich selbst durch eine intensive Yoga-Praxis kuriert haben. Heute praktizieren
Millionen Menschen auf der Welt das Iyengar-Yoga. Oder auch das Yoga des spirituellen
Meisters Yogananda, genannt Kriya-Yoga. Bei dieser Form stehen die Aspekte Meditation
und Atemübungen als intensive Praxis im Vordergrund und nicht die klassischen
Körperübungen (Asanas). Viele andere Yoga-Stile wie das Ashtanga-Yoga,
Hatha-Yoga und Bikram-Yoga helfen dem Menschen den geeigneten Übungsweg
je nach individuellem Bedürfnis zu finden.
Die Praxis des Yoga
Bleiben wir beim körperbezogenen Yoga, der Asana (Sitz) und den sich daraus
entwickelnden Asanas (Yoga-Übungen), ohne dabei die mentale spirituelle
Ebene aus den Augen zu verlieren, dann sind wir "in der Mitte", denn
nur ein gesunder Körper und ein gesunder Geist verschaffen inneres Gleichgewicht,
Gesundheit und ein harmonisches Empfinden.
Jede Asana hat seine bestimmt Eigenart und dient dem gesamten Körper, obwohl
- der Eigenart zur Folge - ein bestimmtes Körperteil besonderes favorisiert
wird. Das Wesentliche ist die Ruhe, die man in der eingenommenen Asana findet.
Durch die Aufhebung jeder Körperbewegung, das Zentrieren des Geistes auf
das, was wir tun, wird die Lebensenergie auch dahin fließen, wo sie entsprechend
der Asana gebraucht wird.
Der Weg ist das Ziel
Yogaübungen verfolgen heute einen ganzheitlichen Ansatz, der Körper,
Geist und Seele in Einklang bringen soll. Kombiniert werden Asanas, Atemübungen
sowie Meditationsübungen Phasen der Tiefenentspannung. Die Ausübung
der Asanas soll das Zusammenspiel von Körper, Geist, Seele und Atem verbessern.
Angestrebt wird eine verbesserte Vitalität und gleichzeitig eine Haltung
der inneren Gelassenheit. Beliebt ist hierzulande vor allem das klassische Hatha
Yoga, das zur Rückgewinnung des inneren und äußeren Gleichgewichts
des Menschen beiträgt. Daraus resultiert ein achtsamer Umgang mit sich
selbst, den Mitmenschen und der Umwelt.
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