Bevorzugte Öle
Olivenöl enthält überwiegend einfach ungesättigte
Fettsäuren und ist daher stabil genug für eine mäßige
Erhitzung.
Kluge chinesische Köche geben traditionell zu Beginn des Bratens ein
wenig Wasser in die Pfanne und lassen es griffbereit neben dem Herd stehen,
um bei Bedarf damit abzukühlen. Das Öl wird erst später hinzugefügt.
Natürlich passt Olivenöl auch gut zu Salaten. Natives Olivenöl
Extra ist kaltgepresst und eindeutig die beste Wahl, während das Öl
der billigeren Preisklasse mit Hilfe toxischer chemischer Lösungsmittel
extrahiert wird.
Kaufen Sie Olivenöl immer in einer dunklen Flasche und, falls erhältlich,
aus biologischem Anbau.
Sesamöl besteht zu fast gleichen Teilen aus einfach
und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega 6) und verträgt
leichte Hitze. Sesampaste (Tahin) besteht aus fein zerstampften Sesamsamen
und ist eine sehr stabile Form des Sesamöls, die sich für leckere
Gerichte und Saucen verwenden lässt.
Sonnenblumenöl hält sich sehr viel besser als die
anderen Öle mit einem hohen Gehalt an Omega 6, da es reich an Vitamin
E ist. Dieses Öl sollte nicht erhitzt werden, ist aber sehr beliebt für
rohe Salate. Für die Produktion eines gesunden Bratöls wird eine
besondere Art von Sonnenblumen mit einem hohen Gehalt an Fettsäure angebaut.
Kokosfett besteht hauptsächlich aus gesättigtem
Fett, das beim Erhitzen am stabilsten reagiert. Es lässt sich zudem auch
bei Zimmertemperatur gut aufbewahren. Auch ein gehärtetes kommerzielles
Produkt ist im Handel, aber vor dem sollten Sie sich hüten.
Kokosmilch (ohne Zusatzstoffe) ist unter Umständen im
Supermarkt zu bekommen.
Leinöl bietet mit seinem hohen Gehalt an Omega 3-Fettsäuren
ein wichtiges Gegengewicht zu dem gewöhnlich überhöhten Verzehr
an Omega 6. Bewahren Sie es immer im Kühlschrank auf (alle Öle sollten
kühl und dunkel gelagert werden), denn es wird schnell ranzig. Eine geöffnete
Flasche sollte innerhalb von zwei Wochen verbraucht werden. Einige Marken
haben sogar einen Karton als Umverpackung, damit das Öl auch vor dem
wenigen Licht, das durch die dunkle Flasche dringen könnte, geschützt
ist. Leinöl darf niemals erhitzt werden, es passt aber sehr gut zu Salaten
oder kann direkt auf warme Speisen gegeben werden.
Frisch gemahlene Lein sind eine zuverlässige Quelle
für qualitativ hochwertiges Öl, zur besseren Verdaulichkeit muss
aber Flüssigkeit dazu getrunken werden. Manche Menschen weichen die Lein
vor dem Verzehr lieber ein.
In Deutschland hat Frau Dr. Johanna Budwig viele Jahre lang die Auswirkungen
von Fetten und Ölen auf die Gesundheit untersucht und wurde mit ihren
Büchern zum Thema, beispielsweise "Krebs – Das Problem und
die Lösung", bekannt.
Sie wies schlüssig nach, dass Leinöl das Immunsystem stärkt,
das Wachstum von Tumoren unterbindet und hohe Cholesterinspiegel sowie Bluthochdruck
senkt. Dr. Budwig entdeckte, dass die Heilwirkung des Leinöls stark zunimmt,
wenn es zusammen mit schwefelhaltigem Protein verzehrt wird. Sie empfiehlt
Hüttenkäse, aber meiner Erfahrung nach lassen sich mit Fisch und
Eiern bessere Ergebnisse erzielen. Mit ihrer überzeugenden Kritik an
Margarine und raffiniertem Pflanzenöl erwarb Dr. Budwig sich die Feindschaft
mächtiger Kräfte in der Wirtschaft, welche ihr die Finanzierung
weiterführender Forschung angeblich schwer machten.
Öle, die möglichst vermieden werden sollten
Rapsöl beziehungsweise Rüböl wird wegen seines hohen Gehalts
an einfach ungesättigten Fettsäuren als gesundheitsfördernd
angepriesen. Es wird allerdings schnell ranzig und enthält nach der Extraktion
häufig Trans-Fettsäuren. Mit Rapsöl verarbeitete Backwaren
schimmeln auch schneller.
Mais-, Soja- und Distelöl enthalten alle mehr als fünfzig Prozent
Omega 6 (Distelöl fast achtzig Prozent!). Diese Öle sollten niemals
erhitzt werden. Wirklich biologisches Maisöl ist eine echte Seltenheit,
denn zur Herstellung von einem Liter Maisöl sind hundert Kilogramm Mais
erforderlich. Sojaöl ist eine neuzeitliche Erfindung – wie beim
Mais können nur fünfzehn Prozent des Öls ohne chemische Lösungsmittel
durch Pressung gewonnen werden.
Wer zählt noch Kalorien?
Wer zählt noch Kalorien?
Kalorien- und fettreduzierte Lebensmittel sind für unsere Gesundheit
nicht erforderlich. Sie helfen nicht einmal gegen Übergewicht. Fettreduzierte
und fettfreie Produkte wecken eher noch ein starkes Verlangen nach Kohlenhydraten
wie Bonbons, Kuchen und auch Schokolade. Das kann zu einem chronisch erhöhten
Insulinspiegel führen, der das Dickwerden fördert und zu Diabetes
führt.
Eine große Menge an raffinierten Kohlenhydraten wird vom Körper
sehr schnell in Fett umgewandelt. Andererseits tragen die richtigen Fette
und Öle, ebenso wie das Protein, zu einem stabilen Blutzucker und Insulinspiegel
bei.
Die richtige Kombination von Fett, Protein und
unraffinierten Kohlenhydraten (Vollgetreide und Gemüse) vermittelt nach
der Mahlzeit ein angenehmes Gefühl der Sättigung, das mehrere Stunden
lang vorhält. Also werden Naschereien und Kaffee überflüssig,
denn die Energie hält sich lange auf einem gleichmäßigen Niveau.
Das größte Missverständnis
liegt in der Vorstellung, dass Fett dick macht. Das richtige Fett im Essen
kurbelt sogar die Fettverbrennung im Körper an. Wir alle könnten
diese einseitigen und langweiligen Diäten, das Absaugen von Fettzellen
und sonstige scheußliche Eingriffe in den Körper vergessen, wenn
wir mit diesem Thema vertraut wären.
Einige gesundheitliche Beeinträchtigungen
wie eine schwache Schilddrüse, können tatsächlich zu Übergewicht
und Fettleibigkeit führen, aber jeder profitiert vom täglichen Verzehr
von Fett und Öl, die der Körper braucht und von der Vermeidung jener,
die unsere Gesundheit untergraben.
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