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Verspannter Rücken durch psychische Belastungen?

Verspannter Rücken durch psychische Belastungen?

Rückenschmerzen sind eine der häufigsten Volkskrankheiten. Nach neuen Erkenntnissen spielt bei unspezifischen Rückenschmerzen, also ohne eindeutige Ursache, die Psyche eine viel größere Rolle als bislang angenommen wurde.

Vor allem Menschen, die sich gestresst fühlen oder mit ihrer Lebenssituation nicht zufrieden sind, leiden unter Rückenschmerzen.

Innere Konflikte, Niedergeschlagenheit oder unbewältigter Stress führen unbewusst zu ständigen Muskelverspannungen im Rücken. Dadurch wird die Durchblutung gestört, was die Muskeln noch mehr verhärtet. Die verhärteten Muskeln schmerzen, und das wiederum verleitet zu einer vermeintlich schonenden, aber falschen Körperhaltung. Die Folge der Schonhaltung: noch mehr Muskelverspannungen. Ein Teufelskreis entsteht, der zu chronischen Rückenschmerzen führen kann.

Keine eindeutigen Ursachen

Bildgebende Verfahren wie das Röntgen verwirren oft mehr, als dass sie aufklären. Zum einen stecken hinter den Schmerzen in vielen Fällen Ursachen, die sich damit nicht darstellen lassen (Muskelverspannungen). Zum anderen ist das, was der Arzt im Bild sieht, oft gar nicht die Ursache der Schmerzen, sondern letztlich nur ein Nebenbefund mit geringer Bedeutung.

Würde man zum Beispiel 1000 Menschen mittleren Alters mit der Kernspintomographie untersuchen, fände man bei etwa 500 eine vorgewölbte Bandscheibe, ohne dass auch nur einer von ihnen deshalb Probleme hätte. Unter Umständen werden dann sehr allgemein gehaltene Diagnosen wie Bandscheibenabnutzung, Wirbelsäulensyndrom oder Verschleiß gestellt, die ziellos mit Schmerzmitteln behandelt werden.

Psychische Faktoren einbeziehen

Manchmal wird auch vorschnell zu einer Operation geraten. Experten schätzen, dass bei etwa 30 Prozent der Patienten eine Rückenoperation nicht notwendig gewesen wäre, hätte man vorher die psychischen Faktoren mit einbezogen.

Neben einer umfassenden körperlichen Untersuchung sollte auch immer ein intensives Gespräch stattfinden, um mögliche psychische Faktoren ausschließen zu können. Erst dann sollte über eine bildgebende Diagnostik wie Röntgen, Kernspintomographie und Computertomographie entschieden werden.

Die moderne Rückenschmerztherapie ist dreigeteilt:

  • medikamentöse Schmerzbehandlung
  • psychologische Betreuung
  • Bewegung und gezielter Muskelaufbau

Das Funktionstraining sollte so gestaltet sein, dass der Patient es im Alltag weiterführen kann - ein Leben lang. Die Erkenntnis, dass der Patient selbst etwas gegen seine Beschwerden tun kann, stärkt das Selbstvertrauen. Die neu gewonnene Fitness tut Körper und Seele gut. Allerdings erfordert eine umfassende Therapie viel Geduld und Ausdauer des Betroffenen.





Autor:   Michele DeVivo
Wertung:   ø 9,00
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