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Naturreligionen

Naturreligionen

Die religiösen Konzepte der Naturreligionen wurzeln in den Vorstellungen unserer Vorfahren, die zeitlich lange vor dem Christentum zu datieren sind. Je nach geographischer Lage gibt es auf der ganzen Welt verteilt unterschiedliche Naturreligionen, mit unterschiedlichen Göttervorstellungen. Die Natur selber ist heilig, und manifestiert diese Heiligkeit in der Vielfalt ihrer Erscheinungen. Viele unterschiedliche Formen des Glaubens treten in den Naturreligionen nebeneinander auf. Den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Folge hat es nie ein Volk ohne religiöse Vorstellungen gegeben. Jede Kultur hat sich damit auseinandergesetzt.

Die Naturreligion ist ein Oberbegriff für alle Religionen, die die Natur als wichtigsten Bestandteil, als "göttlichen Faktor" betrachten. Das Göttliche ist das, was unser Leben entstehen lässt und uns am Leben hält. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass alles um uns herum, alles was wir zum Leben brauchen, aus der Natur stammt. An die Natur glauben heißt glauben, dass wir ein Teil der Natur sind, genauso wie die Natur ein Teil von uns ist. In jedem Menschen steckt ein Teil vom Göttlichen.

Die Bezeichnung "Heide" stammt aus dem Christentum und diente ursprünglich als abwertende Bezeichnung für Menschen, die noch nicht missioniert waren. In der Regel werden heute damit Angehörige des Germanentums oder Keltentums bezeichnet.

Monotheistische Modelle und Naturreligionen

Es existieren bei den Naturreligionen in der Regel keine Stifter und keine Lehre. Heiden kennen keine dualistischen, erlösungsorientierten und moralisierenden Weltdeutungen. Das Denken der Heiden ist nicht linear, sondern zyklisch, ein Kreislauf des Werdens und Vergehens.

Diese Einteilung der Welt in Gut und Böse, sei es von monotheistischen Religionen, von atheistische Moralisten oder Materialisten kennen Heiden nicht. Alles hat Grauzonen, alles ist subjektiv. Deswegen kennen Heiden auch keine Glaubenskriege, wie etwa die vom Christentum verursachten Konflikte, die meist nur mit politischen und wirtschaftlichen Interessen einher gingen.

Der Unterschied zwischen den Naturreligionen und anderen Religionen ist, dass nicht an irgend ein überirdisches Wesen geglaubt wird, sondern an die Kraft dessen, was uns am Leben hält, das, was wir nicht nur spüren oder "erahnen" können, sondern auch sehen und anfassen können.

Mond und Sonne

Die wichtigsten Elemente dieser Glaubensrichtung sind oft Mond und Sonne. In den westlichen Naturreligionen werden z.B. acht Feste im Jahr gefeiert, die jedes Jahr aufs neue die Geschichte der Jahreszeiten erzählen. Man lebt in der Vorstellung, dass die Göttin jedes Jahr drei Aspekte durchläuft: Im Frühling sieht man sie als Jungfrau, im Sommer ist sie in voller Pracht und wird zur Mutter und im Winter wird sie zur alten Frau. Wenn man das Ganze von der realistischen Seite betrachtet, wird einem zumindest klar, dass es die Sonne ist, die die Pflanzen wachsen lässt, dass es der Mond ist, der für Ebbe und Flut sorgt und dass wir ohne diese Ereignisse nicht existieren können, und niemals existiert hätten.

Naturreligion ist ein spiritueller Weg der Selbstfindung. Sexualität, wann und wie, obliegt keiner Kirche, sondern den beiden Partnern. Den Begriff der Sünde kennen Heiden nicht. Ein Heide weiß, dass er in seinen Nachfahren weiterleben wird, wenn nicht durch genetische, dann zumindest durch geistige Hinterlassenschaft. Heiden waren auch patriarchal organisierte Völker, bei denen das Mitspracherecht von Frauen oft eingeschränkt war. Frauen wurden jedoch nicht als minderwertig betrachtet, schon gar nicht in der Religion und in vielerlei Hinsicht wurden Frauen sogar als göttlicher betrachtet als Männer. Frauen sind religiös als auch gesellschaftlich voll gleichberechtigt.

Magie und Rituale

Jede Religion hat ihre Riten und ihre Zeremonien. In der christlichen Messe wird eine Oblate zum Symbol des Leibes Christi und somit zur Verkörperung Gottes. Ähnliche Rituale werden in den traditionellen Naturreligionen als magische Handlungen bezeichnet.

In den Naturreligionen spielt die Magie eine große Rolle. Sie nimmt in manchen Kulturen sogar eine zentrale Stellung ein. Die Magie wirkt meistens über einen Gegenstand, ein Medium und wird in verschieden Klassen unterteilt. Die beiden bedeutendsten sind der Analogiezauber und der Berührungszauber. Ein solcher Gegenstand, der zusätzlich noch bearbeitet wurde, wird Fetisch genannt (lat.: facititius = "künstlich gemacht"). Der Analogiezauber ist eine magische Handlung die aus der Ferne wirkt. Der Berührungszauber tritt, wie der Name schon sagt, nur bei direktem Körperkontakt auf. Er steht oft in Verbindung mit Ritualen.

Formen

Der Animismus (anima = Seele) ist eine frühe Form des Gottesglaubens. Es werden Seelen und Geister verehrt. Es gibt in dieser Vorstellung gute und böse Geister, solche, die ein Eigenleben führen und solche, die von Göttern abhängig sind. Manche kann man durch Opfer oder Zaubersprüche beeinflussen. Es existieren vielfältige Methoden, um böse Geister abzuwehren. Riten, Amulette oder freundlich gesinnte Geister schützen aber auch den Menschen.

Ein zusätzliches Merkmal der Naturreligionen ist der Dynamismus ( = Machtglaube). Das ist die Vorstellung einer Macht, genannt "»mana", die von bestimmten Orten, Gegenständen, Wesen, Personen oder Plätzen Besitz ergriffen hat. Diese Orte, Personen oder Gegenstände sind für die Gläubigen "tabu".

Der Totemismus ist eine Religionsform, nach der zwischen einem Menschen oder einer Personengruppe und einer bestimmten Tier- oder Pflanzenart, dem "Totem", eine geheimnisvolle, innige Beziehung besteht. Die Menschen glauben an eine gemeinsame Abstammung von Mensch und Totem. Das Totem ist oft "tabu", wenn es ein Tier ist darf es zum Beispiel nicht gejagt und gegessen werden.

Neben vielen anderen Gebräuchen glaubten manche Naturvölker auch an die Notwendigkeit von Menschenopfern. Dem liegt der Gedanke zugrunde, dass es kein Leben ohne Tod gibt und dass aus dem Tod neues Leben entsteht. Dennoch sind innerhalb solcher archaischer Gemeinschaften strenge soziale Regeln zu beobachten, beispielsweise dürfen Mitglieder derselben Gruppe nicht heiraten. Interessant ist auch die Pflege der Toten bei verschiedenen Naturvölkern. Der Umgang mit diesem Thema lässt sich auf zwei Hauptformen reduzieren:

  • vernichten und bannen
  • konservieren und verehren

Prädeistische Stufe

Unter der Prädeistischen Stufe versteht man eine Religiosität ohne personifizierte Götter oder Dämonen. Die Menschen glauben in diesem Fall an das Wirken heiliger Mächte. Es werden Totems und heilige Gegenstände verehrt und bestimmte Rituale ausgeführt. Religiöse Spezialisten sind fähig, mit den Göttern in Kontakt zu treten oder mit den Geistern umzugehen. Sie brauchen spezielle Kenntnisse und Erfahrungen. In den Naturreligionen haben diese Rolle Priester, Schamanen, Zauberer, Regenmacher, Medizinmänner und sakrale Könige inne.

Polytheismus

Polytheismus bedeutet das Verehren zahlreicher Gottheiten, einer ganzen Götterwelt, wie etwa bei Kelten, Römern, Griechen, Ägyptern, Germanen, Chinesen, und im Hinduismus. Götter werden auch als transzendente Wesen aufgefasst, die sich Menschen offenbaren können. Götter sind vielfältig wie die Natur, und sie sind überall

Mythen

Die Taten der Götter und Geister, sowie die Erschaffung der Welt und des Menschen bilden die Hauptthemen der Mythen. Diese enthalten die religiöse Überlieferung eines Volkes und werden durch die Weitergabe an die nächste Generation bewahrt. In den Naturreligionen setzt der Mythos auch die Normen für Ethik und Moral. Er beschreibt die Welterkenntnis, die wir in Worten ausdrücken, in Bildern, die dem Wissensstand des jeweiligen Stammes entsprechen.





Autor:   Michele DeVivo
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