Die Ursprünge der Enzymtherapie liegen in einer Erfahrungsmedizin,
deren Wurzeln bis in die frühe Menschheitsgeschichte zurückverfolgt
werden können. In Mittel- und Südamerika nutzen die Indianer seit
jeher Blätter und Früchte des Melonenbaumes und der Ananasfrucht,
die reich an Enzymen sind.
Enzyme sind große Eiweißmoleküle, welche allen
Organismen, Mensch, Tier und Pflanze, das Leben ermöglichen.
Beim Menschen steuern Enzyme wesentliche Lebensvorgänge
wie die Blutgerinnung und die Auflösung von Blutgerinnseln, die Wundheilung,
den Verlauf von Entzündungen, die Verdauung und die Immunreaktionen. In
der Medizin werden Enzyme für diverse große therapeutische Aufgaben
eingesetzt wie z.B.:
- Die Bauchspeicheldrüse produziert den
überwiegenden Teil der Verdauungsenzyme. Wenn sie ihre Aufgabe infolge
einer chronischen Entzündung nicht oder nur eingeschränkt erfüllen
kann, können die Enzyme zugeführt werden.
- Enzyme, in Spritzenform verabreicht, können
Thrombosen und Embolien auflösen.
- Enzymhaltige Salben fördern die Wundheilung
und Gewebserneuerung.
Das bekannteste Beispiel, besonders aus naturheilkundlicher
Sicht, ist die so genannte systemische Enzymtherapie (systemisch bedeutet: im
ganzen Organismus wirkend). Hier werden Tabletten, Dragees, Ampullen oder Salben
zur Behandlung von chronisch-entzündlichen und rheumatischen Erkrankungen,
Autoimmunerkrankungen und besonders in der Tumortherapie eingesetzt.
Gegenanzeigen
Nicht angezeigt ist eine Behandlung mit Enzymen bei schweren
angeborenen und erworbenen Gerinnungsstörungen (wie z.B. Bluter-Krankheit),
fortgeschrittenen Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Einnahme von Gerinnungshemmern
und in der Schwangerschaft.
Aufgrund der Wirkung auf die Blutgerinnung sollte eine
Enzymtherapie ca. 3 Tage vor einem geplanten operatiyen Eingriff unterbrochen
werden. |