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Blutegeltherapie

Blutegeltherapie

Die Therapie mit Blutegeln gehört zu den Verfahren der Aus- und Ableitung von Körpersäften (Ausleitungsverfahren). Die Handhabung erfordert ein gewisses Maß an Zeit, Geduld und Kenntnis über sein Wesen und die Technik des Anlegens.

Ihre Wirkung ist vergleichbar mit der eines sanften Aderlasses und beruht zusätzlich auf den zahlreichen heilsamen Inhaltsstoffen des Blutegelspeichels. In der Medizin des Altertums spielte der Blutegel eine bedeutende Rolle. Die griechischen Ärzte der Antike verwendeten ihn als Mittel der Blutentziehung bei Brust- und Rippenfellentzündungen, auch bei den Nordgermanen wurde er als eine Art Zugpflaster bei Entzündungen, aber auch bei Venenleiden und Blutergüssen, bei Depressionen und Migräne eingesetzt.

Der für medizinische Zwecke verwendete Egel (Hirudo medicinalis) ist dunkelbraun bis schwarzgrün gefärbt. An beiden Enden befindet sich ein Saugnapf: Der hintere dient zum Festhalten, der vordere enthält die Mundöffnung. Die therapeutische Wirkung des Egels beginnt mit seinem Biss. Dazu setzt sich der Ringelwurm mit seinem hinteren größeren Haftnapf fest, um dann mit dem Saugnapf nach einer günstigen Saugstelle zu suchen. Mit drei sternförmig angeordneten Sägeleisten mit jeweils rund 80 winzigen Kalkzähnen beißt er sich in die Haut und beginnt Blut zu trinken. Innerhalb einer halben bis einer Stunde nimmt der Egel bis zu 15 ml Blut auf.

Die Wirkungen

Forscher haben über 18 verschiedene Inhaltsstoffe gefunden. Die Substanzen wirken entstauend und entzündungshemmend, lymphstrombeschleunigend und immunisierend. Das Hirudin, das die Blutgerinnung durch Inaktivierung des Gerinnungsfaktors Thrombin hemmt und so die Fließeigenschaft des Blutes verbessert, ist am besten untersucht. Hirudin hat auch eine antibiotische Wirkung. Aufgrund seiner Wirkungsweisen ist Hirudin Bestandteil diverser Salben, die bei stumpfen Verletzungen, Blutergüssen oder oberflächlichen Venenentzündungen Anwendungen finden.

Eglin, eine andere wirksame Substanz im Speichel des Blutegels, wirkt entzündungshemmend, indem es die Aktivität entzündungsauslösender Enzyme blockiert und der Zerstörung von körpereigenem Eiweiß und Plasma entgegenwirkt.

Die therapeutische Wirkung des Hirudo medicinalis beschränkt sich nicht nur auf die Abgabe seines wertvollen Speichels: Durch dessen gerinnungshemmende Wirkung kommt es nach Abfallen des Egels zu einem Nachbluten als Sickerblutung, das zwei bis zwanzig Stunden dauern und bis zu 50 ml Blut betragen kann. Dieser Vorgang sollte nicht unterbrochen werden.

Die Anwendung der Blutegel zu medizinischen Zwecken erfolgt einmalig mit eigens dazu gezüchteten Tieren. Die durch den Biss entstehende Wunde verheilt in der Regel nach ein bis drei Wochen, in den seltesten Fällen verbleibt eine kleine Narbe. Kontraindiziert ist diese Therapie bei schlechten Wundheilungsbedingungen, bei Allergikern, bei Blutgerinnungsstörungen und der Einnahme blutverdünnender Medikamente, bei Blutarmut, während der Menstruation und in der Schwangerschaft.

Die benötigte Blutegelanzahl wird bestimmt durch folgende Faktoren: Alter und Gewicht des Patienten, die Krankheitsart und die Größe der zur Verfügung stehenden Blutegel. Bei chronischen Erkrankungen setzt man weniger Blutegel an, dafür wird die Therapie in kürzeren Zeitabständen wiederholt. Bei akuten Krankheiten verwendet man mehrere Tiere für einen längeren Behandlungszeitraum.

Die Vorbereitung

Wir sollten zwei Tage vor der Behandlung keine Salben, Duschgels, Lotionen oder der gleichen auf jene Hautpartien auftragen, auf die der Blutegel aufgesetzt werden soll. Eine Reinigung der Haut vor der Behandlung ist mit Wasser, Kernseife oder Alkohol möglich. Der Alkohol, wie auch die Kernseife sollten vor dem Beginn der Behandlung mit warmen Wasser abgewaschen und die behandelnte Haut vor dem ansetzen warm sein.





Autor:   Michele DeVivo
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