Die Ursprünge der Meditation sind bisher noch unklar.
Möglicherweise sind sie in Indien oder im Schamanismus zu finden. Der Schamanismus
ist eines der ältesten spirituellen und heilkundlichen Systeme. In ihm
finden sich eine Reihe von Techniken zum Erreichen eines anderen Bewusstseinszustands.
Aber auch die östlichen Religionen - vor allem der Buddhismus und Hinduismus
- kennen Meditationstechniken als religiöse Übungen. Schriftliche
Erwähnung finden sie 200 v. Chr. in den Yaga-Sutras (Yaga Wege) des indischen
Philosophen Patanjali, die auch als das erste Meditationslehrbuch gelten.
Auch ohne einen spirituellen oder religiösen Hintergrund hat die Meditation
viele positive Wirkungen. Sie ist z.B. eine hervorragende Entspannungstechnik
und kann zur Unterstützung von Heilungsprozessen und zur Gesundheitsvorbeugung
genutzt werden.
Meditation in der Praxis
Zum Meditieren sollte man vorbereitend eine ruhige Atmosphäre schaffen
und sicher stellen, dass man nicht durch äußere Einflüsse abgelenkt
wird. Am Anfang sollte eine Haltung eingenommen werden, die problemlos und entspannt
15-20 Minuten durchgehalten werden kann.
Bei der Meditation selbst geht es darum, eine völlige Konzentration und
so die Versenkung in sich und die Ausblendung der Außenwelt zu erreichen.
Meist nutzt man Hilfsmittel zur Meditation (Meditationsobjekte), die sehr unterschiedlich
sein können.
Sehr üblich ist auch die Meditation auf die Atmung. Sowohl im Hinduismus
als auch bei den Chinesen wird davon ausgegangen, dass die Lebensenergie (Prana,
Chi) unter anderem durch die Atmung aufgenommen wird.
Bei der Meditation auf Mantren werden Silbenfolgen gesprochen oder gedacht.
Oft handelt es sich um zwei Silben, die mit dem Ein - und Ausatmen kombiniert
werden. Sie müssen keine besondere Bedeutung haben und dienen als Stütze
für die Konzentration. Als Meditationsobjekte können auch Bilder benutzt
werden. So genannte Mandalas oder Yantras sind dabei üblich.
Die Energiezentren des Körpers (Chakren) sind eine andere Art des Meditationsobjekts.
Es sind sieben Hauptchakren, die entlang des Rumpfes, Halses und Kopfes liegen.
Aber auch die Konzentration auf Gebete, wie den Rosenkranz, können zu meditativen
Zuständen führen.
Eine besondere Form der Meditation ist die Achtsamkeitsmeditation (Vipassana-Meditation).
Hierbei wird weniger ein tiefer meditativer Zustand angestrebt, vielmehr soll
die Achtsamkeit für die eigene Atmung, den Körper, die Gedanken und
Gefühle geschult werden. Dinge die automatisiert ablaufen, sollen erkannt
und überdacht werden, damit im Alltag eine Veränderung und Verbesserung
der Situation herbeigeführt werden.
Erfahrungen
Gelegentlich bemerken Meditierende Körperspannungen oder Muskelvibrieren
oder -zittern. Diese Phänomene sind Nebeneffekte einer einsetzenden Entspannung.
Meist sind diese Effekte vorübergehend und unregelmäßig.
Die Symptome, an denen man normalerweise das Eintreten des
Entspannungszustands merkt, sind Schwere, Wärme und Kribbeln. Bei der Meditation
kann es auch zu unterschiedlichen Lichtwahrnehmungen kommen. Diese können
unterschiedliche Farben und Formen haben und können begleitet werden von
Gefühlen des Glücks, Trosts und der Geborgenheit.
Beim Hören von Tönen während der Meditation handelt es sich meist
um sehr hohe Töne. Sie können auf einem oder auf beiden Ohren auftreten
und werden wie die Lichtwahmehmungen meist als beglückend empfunden. Es
kommt während der Meditation auch oft zur Wahrnehmung von Energieströmen.
Die Gefühle, die während der Meditation auftreten, sind überwiegend
angenehm. Die meisten Meditierenden empfinden einen Energiezuwachs, Selbstvertrauen
und fühlen sich einfach wohl. Sehr oft können diese Gefühle auch
mit in die Realität genommen werden.
Die Endstufe der Meditation ist die Erleuchtung (Samadhi, Satori). Es wird berichtet,
der Zustand der Erleuchtung entzieht sich der Beschreibung durch Worte. Manchmal
wird auch beschrieben, die Erleuchtung sei das Ende allen Leidens oder das Erlebnis
der vollkommenen Einheit mit der Überwindung des Ich-Bewusstseins.
Wirkungen
Wissenschaftlich ist nachgewiesen worden,
dass sich die Körperfunktionen im Zustand der Meditation stark verändern
können. Die Muskeln sind entspannt, dass wenige elektrische Impulse zu
messen sind und der Herzschlag sinkt ab. Im Zustand des Samadhi steigt er wieder
an und die Gehirnstromdaten sind dabei stark verändert.
Im einzelnen lässt sich während
der Meditation nicht nur ein verlangsamter Herzschlag, ein sinkender Blutdruck,
eine Veränderung der Gehirnaktivität, sondern auch eine tiefere Atmung,
eine verringerte Muskelspannung und Milchsäureproduktion und ein Ansteigen
des elektrischen Hautwiderstandes messen. Dies alles sind Indizien für
die Entspannung und den Stressabbau.
Während der Meditation ist man gleichzeitig vollständig entspannt
und vollständig wach.
Dank der vielen positiven Wirkungen der
Meditation kann sie gut unterstützend in Heilungsprozessen und zur Vorbeugung
von Krankheiten eingesetzt werden.
Allgemein lässt sich die Meditation
sehr gut einsetzen, in denen das Erlernen einer Entspannungstechnik angeraten
ist. Durch den Entspannungseffekt, den Stressabbau und die allgemeine Steigerung
des Wohlbefindens ist diese Methode hilfreich zur Gesundheitsvorsorge.
Psychosomatische Krankheiten zeichnen sich
dadurch aus, dass psychische Einflüsse körperliche Erkrankungen (mit)bedingen.
Bei psychosomatischen Krankheiten sollte also nicht nur der Körper medizinisch
behandelt werden, sondern auch eine Stabilisierung bzw. Verbesserung des geistig-seelischen
Zustands durchgeführt werden. Psychosomatische Faktoren führen unter
anderem zu Krankheiten des Magen-Darm-Traktes (z.B. Geschwüre), Herz-Kreislaufbeschwerden
(z.B. Bluthochdruck, Herzkranzgefäßerkrankungen), Hautkrankheiten,
Essstörungen (Magersucht, Bulimie etc.) bestimmte Formen des Asthma und
des Kopfschmerzes, funktionelle Beschwerden ohne Organbefund und Schlafstörungen.
Im Rahmen der psychotherapeutischen Behandlung
kann in vielen Fällen die Meditation unterstützend eingesetzt werden.
Grundsätzlich ist das Praktizieren
der Meditation ungefährlich, wenn es unter Anleitung eines guten Lehrers/Therapeuten
geschieht. Für die positiven Effekte der Meditation sind aber regelmäßiges
Üben und somit eine gewisse Disziplin wichtig.
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