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Die Pluto-Generationen

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Die Pluto-Generationen

von Petra Dörfert

Auch wenn es das komplexe Zusammenspiel der Langsamläufer insgesamt ist, d.h. ihre jeweiligen Zeichenstellungen und Aspekte untereinander, das die kollektive Hintergrundfolie für die individuellen Schicksale bildet, gehen dennoch die markantesten Entwicklungen von Pluto aus. Den Krisen, die Saturn bringt, kann der Einzelne entgehen, wenn das Zeichen, das Saturn gerade durchschreitet, für ihn keine persönliche Relevanz besitzt. Auch die unberechenbaren uranischen Zeiterscheinungen erreichen nicht immer jeden, und wer nicht neptunisch veranlagt ist, bekommt von den Sehnsüchten seiner Generation nicht viel mit. An Pluto hingegen kommt niemand vorbei. Selbst wenn er im Durchgang durch ein Zeichen keine wichtigen Aspekte zum persönlichen Horoskop bildet, ist man von den Entwicklungen, die er hervorbringt, fast immer zwangsläufig mitbetroffen. Das haben etwa im Zweiten Weltkrieg all diejenigen erfahren müssen, die eigentlich nicht für den Krieg waren und denen dennoch alle Sicherheiten „weggebombt“ wurden. Bei Pluto heißt es daher leider immer wieder: „Mitgefangen – mitgehangen“.

Tritt Pluto in ein Zeichen ein, lässt sich recht schnell eine zwanghafte Verstärkung der betroffenen Energien registrieren, die die Menschen mit einer bislang ungewohnten Leidenschaft und Aggressivität aufzugreifen beginnen. Man könnte es auch in ein Bild fassen: Aus der ansonsten eher ruhigen Oberfläche des Zeichens scheint ein Vulkan aufzusteigen und alles herauszuspeien, was sich an unerlösten und zerstörerischen Energien in diesem aufgestaut hat. Vor allem in der letzten Phase des Durchgangs kann es dabei zu einer Übersteigerung mit katastrophalen Folgen kommen, die die Zeichenenergie im Endeffekt kathartisch zurechtstutzt. In diesem Sinne reinigt und erlöst Pluto nacheinander die Zeichen und deren Energiemuster. Leider geht für den Einzelmenschen dabei oft viel Persönliches „zu Bruch“, denn anders als bei Pluto-Transiten zum Radix ist eine individuelle Sinnhaftigkeit nicht immer zu erkennen.

Beim Zeichenwechsel von Pluto ereignet sich häufig Symbolträchtiges. Manchmal ist es ein Film, der „zufällig“ zum Eintritt Plutos in das neue Zeichen anläuft und dessen Thematik beleuchtet, oder eine Popgruppe, die plötzlich zu Starruhm aufsteigt, weil sie mit ihrer Musik am treffendsten den Geist der Zeit einfängt. Manchmal kommt es auch zu konkreten politischen Ereignissen.

Zu beachten ist, dass Pluto pro Zeichen nicht eine, sondern zwei Pluto-Generationen hervorbringt – nämlich diejenige, die Pluto im Transit durch dieses Zeichen erlebt, und diejenige, die in dieser Zeit geboren wird und ihn dadurch im Radix fest in diesem Zeichen verankert hat. Erstere gerät oft in den Strudel eines kollektiven Zwangs hinein. Der Einzelne muss mitmachen oder wird mitgerissen, selbst wenn er persönlich ganz anders veranlagt ist. So gibt es wohl niemanden, der nicht von dem Pluto-in-Schütze-Ereignis schlechthin, dem 11. September, schockiert gewesen wäre, und jeder spürt die politischen und psychischen Auswirkungen dieser Tat bis heute – egal, ob er selbst ein Schütze-Thema hat oder nicht.

Der zweiten Pluto-Generation eines Zeichens ist das Thema dann gleichsam eingebrannt, obwohl die Betroffenen kaum mehr als vage Erinnerungen an die Zeit haben dürften, in der Pluto in „ihrem“ Zeichen stand. Das Kollektivklima der Kindheit, man könnte auch boshaft sagen, der „Fluch der Väter“, hat aber seine deutlichen Spuren hinterlassen. Diese zweite Pluto-Generation trägt das betreffende Pluto-Thema dann weiter, wenn der Transit-Pluto in ein anderes Zeichen wechselt. Auf diese Weise interagieren immer mehrere Pluto-Generationen miteinander: Dass sich z.B. die kriegstraumatisierte Pluto-Krebs-Generation geradezu in die Pluto-Jungfrau-Thematik (heile Bürgerwelt auf Biegen und Brechen) hineinflüchtete, während die Pluto-Löwe-Generation mit ihrem Zwang zur Selbstverwirklichung damit überhaupt nicht zurecht kam und rebellierte, liegt auf der Hand. Meist hat man zu der übernächsten/vorletzten Pluto-Generation (Sextil-Beziehung) einen besseren Draht als zu der unmittelbar nachfolgenden/vorangehenden.

Da Pluto immer größer ist als wir alle, sprengt er natürlich auch mein persönliches Wahrnehmungsvermögen sowie den Rahmen dieses Artikels. Die Erscheinungen, die er im Wechselspiel mit den anderen Langsamläufern hervorbringt, sind so komplex, dass sie unmöglich alle hier dargestellt werden können, und sicherlich habe ich manches übersehen. Die hier vorgestellte Sichtweise ist zudem eurozentristisch bzw. mehrheitlich auf die Entwicklungen in Deutschland bezogen. In den übrigen Erdteilen/Ländern könnten sich die Pluto-Themen auch auf andere Weise bemerkbar gemacht bzw. verwirklicht haben.

Pluto benötigt für einen vollständigen Sonnenumlauf 249 Jahre. Aufgrund seiner elliptischen Bahn hält er sich jedoch unterschiedlich lange in den Tierkreiszeichen auf: in den Zwillingen (1884 - 1914) z.B. fast 30 Jahre, im Skorpion (1983 – 1995) hingegen kaum 12 Jahre.

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Autor:   Petra Dörfert
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