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Die Acht Brokatübungen - Ba Duan Jin

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Die Acht Brokatübungen - Ba Duan Jin

1. Die Atmung

Wenn wir die einzelnen Menschentypen beobachten, so können wir erkennen, daß ein ruhiger, ausgeglichener Charakter einen langsamen, gleichmäßigen Atemrhythmus hat. Die Bewegung als äußerer und die Atmung als innerer Faktor helfen einen ruhigen Zustand des Organismus herbeizuführen und somit krankhafte Reaktionen zu verhindern oder auszuheilen.

Bereits 400 v. Chr. findet man die ersten Hinweise auf die Atemtherapie in einigen taoistischen Texten: "Das Alte ausstoßen, um das Neue aufzunehmen... bringt langes Leben." Dabei wird die Bauchatmung angewendet, die eine vorteilhafte Wirkung auf die inneren Organe hat. Der Ausgangspunkt ist die Konzentration der Atmung im unteren Tan-tien.

  • Wir atmen immer durch die Nase Ein und Aus
  • Die Atmung sollte ruhig und leise sein
  • Wir atmen mit dem Bauch (Abdominalatmung) - Tan-tien

Über die Harmonisierung des Atems sucht der Taoist seine Mitte - den ausgeglichenen Platz zwischen Himmel und Erde - und strebt nach echtem Verharren im TAO.

2. Die Übungshaltungen

Wir sollten immer auf eine lockere aufrechte Körperstellung achten. Für den Anfänger ist es wichtig sich auf folgende drei Dinge zu konzentrieren:

  • hängende Schultern
  • gerade Wirbelsäule
  • ruhige, Bauch (Hara)-betonte Atmung

In dieser Stellung wird die Wirbelsäule in eine Position gebracht, in der die Wirbelknochen übereinander gerade zu liegen kommen. Dies ist die Voraussetzung für einen lockeren und vor allem entspannten Gesamzstand. Außerdem wird dem Abdomen der größtmögliche Freiraum gegeben, was sich günstig auf die Atmung und die inneren Organe auswirkt.

Die Geistige Ausrichtung und der Aufbau der Übungen

Es geht bei dieser Übungsvariation um ein Hineinhorchen in das eigene Wesen, um ein Erahnen der Energie und später um ihre Harmonisierung und Lenkung.

Die Chinesen gliedern den Aufbau der Übung in drei Stadien:

  1. Ching: Still und ruhig werden, sich entspannen und auf die Übung ausrichten. In der Meditation wird der Geist ruhig und die Muskulatur entspannt sich. Das sind die Voraussetzungen für den ruhigen Fluß der Übungen.
  2. Das Vereinigen von Aufmerksamkeit und Atmung: Die Atmung sollte zwanglos und ruhig sein. Die Achtsamkeit haftet ebenfalls nicht an einem bestimmten Gegenstand, sondern beobachtet ganz neutral.
  3. Der Wechsel von Üben (Yang) und Verweilen (Yin)": Dies entspricht das natürliche Wechselspiel von Yin und Yang. In jeder Übung gibt es aktive und passive Phasen. Im Atemzug wird geübt - im Atemanhalten wird abgewartet und "verweilt" - hinein gehorcht. Für jede Übung wird eine gewisse Anzahl an Wiederholungen empfohlen, die immer im Verweilen - in der Stille abgeschlossen werden.

Allgemein soll der Übungsablauf in einem Zug erfolgen, wobei die Bewegung die Atmung und später die Atmung die Bewegung führt.

Merkmale der einzelnen Übungen

  1. Übung: Halte den Himmel mit beiden Händen und reguliere den Dreifachen Erwärmer.
  2. Übung: Spanne den Bogen nach links und nach rechts, so als wollte man auf einen großen Vogel schießen

    Diese Übung schult vor allem den Blick und beruhigt den Geist. Darüber hinaus wird der Muskeltonus der Armmuskel trainiert, da sie sich im Wechselspiel entspannen und anspannen und somit dem Prinzip des Yin und Yang entsprechen.
  3. Übung: Die Hände einzeln heben um die Milz und den Magen regulieren.
  4. Übung: Wir blicken nach hinten um die 5 Übertreibungen (Leiden) und die 7 schädlichen Einflüsse (Kümmernisse) zu lindern.

    Hierbei wird z.B. der Alltagsstress abgebaut und die Entspannungsfähigkeit aufgebaut. Ein "zuviel" oder "zuwenig" der Emotionen wird in Einklang gebracht.
  5. Übung: Seitliches Hin- und Herschwenken des Kopfes und Wiegen wie ein Fisch (pendle mit dem Steiß), vertreibt das Feuer aus dem Herzen.
  6. Übung: Wir umfassen mit beiden Händen die Füße zur Stärkung von Nieren und Hüfte (Kreuzbeinzone).
  7. Übung: Wir ballen die Fäuste und funkeln mit den Augen um die Kräfte des Lebens zu mehren.

    Hier können Kräfte gesammelt, die Konzentration und das Selbstbewußtsein gestärkt werden.
  8. Übung: Wir heben die Fersen und führen die Arme hinter den Rücken, so daß alle sieben Betrübnisse und alle Krankheiten verschwinden.

    Bei regelmäßiger Anwendung werden vor allem die fünf inneren Organe (Herz, Lunge, Leber, Nieren, Milz/Magen), die Wirbelsäule, die Konzentrationsfähigkeit sowie körperliches und geistiges Wohlbefinden positiv beeinflußt.

    Die sieben Betrübnisse entstehen aus zu starken Gemütsbewegungen und stehen für Angst, Wut, Trauer, Schrecken, Verletzung, Freude, Kummer; oder sie stehen für die sieben schädlichen Einflüsse, wie feuchte Kälte, kalte Getränke, Überanstrengun, Zorn, Völlerei, Angst und extremes Klima. Aber auch die Körperöffnungen haben ihre Entsprechung wie z.B. Ohren, Augen, Nasenlöcher, Mund, Ausscheidungsöffnungen und Scheitelpunkt. Die Betrübnisse können auch sein: zuviel Augenarbeit, zuviel schlafen, zuviel sitzen, zuviel stehe und zuviel gehen.

 

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Autor:   Michele
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