Sportarten und alternative Therapieverfahren. Adressen, Termine und Anzeigen von Kursen, Ausbildungen, Seminaren und anderen Veranstaltungen.
Naturheilkunde alternative Heilmethoden Gesundheitswesen Medizin Sportarten Erfahrungsberichte Übungen Entspannung Wellness Video Audio Hören
 
0
Die Acht Brokatübungen - Ba Duan Jin

Seite: 1 2 weiter >
Die Acht Brokatübungen - Ba Duan Jin

Baduanjin - die Acht Brokatübungen - sind eine seit dem Altertum bekannte Methode zur Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit. "Ba" steht wörtlich für die Zahl Acht, "Duan" für Abschnitt/Teil und "Jin" ist ein prächtiger, farbenfroher Brokat. Jin symbolisiert die Vielfältigkeit und den großen Wert dieser Übungen. Der Vergleich mit kostbarem Seidenstoff soll zeigen, wie wertvoll diese Übungen für die Gesundheit sind. Da die Acht Brokatübungen schon sehr lange existieren, haben sich bis heute verschiedene Stile entwickelt, von sehr kraftvoll bis sehr sanft. Zunächst waren es acht einzelne Übungen, die relativ unabhängig nebeneinander standen, später wurden sie zu einer Abfolge zusammengeführt. Neben den Acht Brokatübungen gab es Übungsreihen, die aus 4, 6, 12 und 24 Abschnitten bestanden. Es sind Übungen, bei denen die äußere, körperliche Arbeit im Vordergrund steht, die zur Entspannung oder zur Dehnung führt.

Ergänzend zu den Acht Brokatübungen gehört eine Übungsreihe mit zwölf Übungen (Shierduanjin), die im Sitzen ausgeführt wird und zu der auch die Selbstmassage gehört. Shierduanjin ist vor allem für alte Menschen gedacht und für Menschen im Heilungsprozess. Im Gegensatz zu den kraftvollen Körperhaltungen im Stehen konzentrieren sich die Übungen im Sitzen mehr auf innere Übungen.

Weitere Namen: Die Acht Edlen Übungen, Die Acht edlen und eleganten Übungen, Acht Brokatübungen, Acht Stücke Brokat, Baduanjin, Ba Duan Jin, Pa Tuan Chin, Pa Tuan Shin.

Geschichte

Es handelt sich bei den Übungen um acht Lektionen und der Ausdruck Pa-qua (Ba Gua) = acht Zeichen, haben einen Zusammenhang mit dem I Ging. Dort heißt es: "In den Wandlungen gibt es das Taiji (Uranfang), das die beiden Instrumente (Yin und Yang) hervorbringt, diese erzeugen die vier Bilder und diese die acht Trigramme." Damit wird der Zusammenhang von Markokosmos und Mikrokosmos beschrieben. Der Sinn der Übungen ist es, die beiden Wirkkräfte - Yin und Yang - in Einklang zu bringen. Jede Bewegung bzw. Haltung spiegelt die Polarität bzw. Ergänzung von Yin und Yang.

Die Trigramme des I Ging wurden schon früh mit den Körperteilen und mit den einzelnen Übungen in Verbindung gebracht, wobei die folgende Zuordnung am meisten verbreitet ist:

  • qian - Schöpferisch/stark/Himmel.... Kopf.... Himmel stemmen
  • kun - Empfangend/hingebend/Erde..... Unterbauch, Milz und Magen
  • zhen - Erregend/beweglich/Donner..... Füße.... Fäuste ballen
  • kan - Abgründig/gefährlich/Wasser..... Ohren.... Knie beugen
  • gen - Stillehalted/Ruhe/Berg..... Hände.... Bogen spannen
  • sun - Sanft/eindringend/Wind..... Beine.... Fersen heben
  • li - Haftend/leuchtend/Feuer..... Augen.... Fisch
  • dul - Heiter/fröhlich/See..... Mund.... nach hinten blicken

Bereits Xu Sun aus der Jin-Zeit (239-374 n. Chr.) erwähnt frühe Formen der Acht Brokatübungen. Xu Sun bezeichnete in seinen Aufzeichnungen Lingjianzi als Erfinder dieser Übungen.

Wenn auch Xu Suns Werk als früheste Quelle angesehen werden kann, so lassen sich wichtige Elemente der Acht Brokatübungen in noch älteren Aufzeichnungen finden. Ein bedeutender archäologischer Fund zur Geschichte des Qi Gong stellen die im Mawangdui-Grab Nr. 3 (dat. 168 v. Chr.) in der Provinz Hunan gefundenen Werke dar: ein auf Seide geschriebenes Buch über die Methode vom "Leiten und Führen des Qi" und eine auf Seide gemalte "Tafel mit Übungen zum Leiten und Dehnen" (Daoyintu). Auf dieser Tafel sind Übungshaltungen zu sehen, die in nahezu identischer Weise in den Acht Brokatübungen praktiziert werden. So läßt die Abb. 1 wesentliche Merkmale der 2. Brokatübung "Den Bogen spannen, als wolle man auf einen großen Vogel schießen" erkennen, Abb. 2 beinhaltet Elemente der 3. Brokatübung "Einen Arm heben, um Milz und Magen zu regulieren", und Abb. 3 entspricht der 6. Übung "Die Füße fassen, um das Nieren-Qi zu stärken".

In jüngerer Zeit wurde eine Bronzefigur ausgegraben, die die Brokatübung "Beide Hände stützen den Himmel" darstellt. Nach Einschätzung der Fachleute ist dieser archäologische Fund in die Zeit der Song- oder Ming-Dynastie zu datieren.

In der Qing-Zeit (1644-1911) wurde eine Reihe von Texten verfaßt, die als wichtige Quellen für die Entwicklung der Acht Brokatübungen gelten. Diese recht populäre Schrift ist reich illustriert und enthält eine Beschreibung der Acht Brokate im Sitzen.

Die Grundlagen der Übungen

Unter dem Aspekt Innere/Äußere Übung (neigong-waigong) lassen sich zwei Formen voneinander unterscheiden: zum einen die Übungsform, bei der die Innere Übung den Schwerpunkt bildet (neigong baduanjin), und zum anderen eine Form, bei der die Äußere Übung den Hauptaspekt darstellt (waigong baduanjin). Die als Innere Übung kategorisierten Methoden betonen die "Kultivierung des Qi" (das innere Qi); im Gegensatz dazu liegt bei den als Äußere Übung kategorisierten Formen der Schwerpunkt auf der Kultivierung des "Körpers" (d.h. Training von Sehnen, Muskeln, Knochen und Haut). Nei und wai, Innen und Außen, sind als relative Symbolzuordnungen zu verstehen, denn Innen und Außen gehören untrennbar zusammen. In der traditionellen chinesischen Medizin werden die 5 Funktionskreise Leber, Herz, Milz, Lunge und Niere (wuzang) dem Innen zugeordnet und als "Wurzel" bezeichnet. Die Gliedmaßen gehören zum Außen, sie sind die "Zweige" oder "Sprößlinge'". Wie könnte man Wurzel und Sprößling voneinander trennen?

Im Vordergrund steht der ständige Wechsel von Yin und Yang, von Leere und Fülle oder Entspannen und Anspannen. Dieser Aspekt findet sich auch in der Progressivern Muskelentspannung wieder.

Die acht Brokatübungen sprechen einige der Leitbahnen und Energiepunkte des Meridinasystems an oder wirken direkt auf einzelne Organe. Dieses Übungssystem wirkt gesunderhaltend, kräftigend und vitalisierend. Sie tragen zur gesitigen Sammlung bei und fördern das Konzentrationsvermögen. Für Menschen die präventiv ihr körperliches, geistiges und seelisches Wohl fördern möchten sind diese Übungen gut geeignet. Mit ihrer Unterstützung lassen sich Blockaden lösen und das Qi stärken. Die Körperstrucktur wird ausgerichtet und die natürliche Aufrichtung der Wirbelsäule und des Kopfes verbessert.

Seite: 1 2 weiter >




Autor:   Michele
Wertung:   ø 9,50
Bewertet:   4
Gesehen:   5324
Druckansicht   display printable version
Artikel empfehlen   recommend article
0 Kommentar/e   write comment
Erfahrungen einsenden   write comment
Top Artikel   Bewertungssterne
Artikel bewerten:



0
0