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Jiu Jitsu

Jiu Jitsu

Jiu Jitsu heißt übersetzt so viel wie "sanfte Kunst" oder "Wissenschaft von der Nachgiebigkeit". Ziel des Jiu Jitsu ist es einen Angreifer, völlig egal ob dieser unbewaffnet, bewaffnet oder sogar gerüstet ist, möglichst schnell und wirksam unschädlich zu machen.

Das Grundprinzip des Jiu Jitsu lautet "Nachgeben um zu Siegen" und die praktische Anwendung des Ju/Jiu-Prinzips welches durch "sanft" übersetzt werden kann, bedeutet also stets die Kraft und die Bewegung des Angreifenden gegen ihn selbst einzusetzen. Aus dem Ju/Jiu-Prinzip wird deutlich ersichtlich, dass es sich bei Jiu Jitsu um eine Kampfkunst handelt, deren Zweck allein die Selbstverteidigung ist.

In direkter Tradition des Budo und damit des Bushido basieren die Techniken des Jiu Jitsu auf dem waffenlosen Kampf mittels Schlägen/Tritten, Wurf-, Hebel- und Würgetechniken. Aus dem Jiu Jitsu entwickelten sich später auch mehrere Kampfsportarten:

  • Brasilianisches Jiu-Jitsu ist eine moderne Version des Jiu-Jitsu mit Fokus auf den Bodenkampf und die Übernahme eines Fehlers in der Umschrift.
  • Beim Judo handelt es sich um Elemente aus dem Jiu Jitsu, das sich vornehmlich aus Wurf-, Würge-, Hebel- und Haltetechniken zusammensetzt. In Europa herrscht das Wettkampfjudo vor, im traditionellen Judo gibt es des weiteren Schlag-, Stoß-, und Tritttechniken.
  • Aikido ist eine Entwicklung von Morihei Ueshiba und betont das Aufnehmen und Umkehren des Angriffs sehr stark.
  • Ju-Jutsu besteht aus Techniken des Jiu-Jitsu, Judo, Karate und Aikido und wurde zu einem neuen, modernen Selbstverteidigungs-System entwickelt, das vor allem den Anforderungen der Polizei gerecht werden sollte. Der Name Ju-Jutsu bedeutet ebenso wie Jiu-Jitsu sanfte Kunst und auch die Schriftzeichen der beiden Bezeichnungen sind gleich. Ju-Jutsu ist lediglich eine andere Transliteration der Schriftzeichen, um das neue Kampfsystem vom traditionellen Jiu-Jitsu abzugrenzen. Inzwischen hat sich das deutsche Ju Jutsu von einer Symbiose aus Jiu Jitsu, Judo, Ringen, Boxen, Karate u.a zu einem eigenständigen Kampfsystem entwickelt, das Ju Jutsu Allkampf genannt wird.

Im modernen Jiu Jitsu werden wie im Judo und dem Karate, Schüler- und Meistergrade je nach Beherrschung der Kampfkunst in Kyu- bzw. Dan-Stufen eingeteilt.

Nach der Erlangung des 1. Kyu und einer Vorbereitungszeit, die mindestens ein Jahr umfassen sollte, hat ein Schüler die Möglichkeit, die Prüfung zum ersten Dan und somit zum ersten Meistergrad abzulegen.

Wie bei allen anderen asiatischen Kampfkünsten gilt aber auch beim Jiu Jitsu, dass der betreffende Schüler jederzeit in der Lage sein sollte, die erforderliche Prüfungsleistung seiner Gürtelfarbe sofort zu erbringen. Das Tragen einer Gürtelfarbe allein stellt keine Kampfkunst dar.

Geschichtliches

Erich Rahn, gründete 1906 die erste deutsche Lehrstätte für Jiu Jitsu. Vorangegangen waren verschiedene Lehrgänge einiger japanischer Meister, die danach auch das Interesse Kaiser Wilhelm II an dieser Sportart weckte. Von 1910 – 1922 bestimmten Werbeveranstaltungen und Vergleichskämpfe von Erich Rahn das sportliche Geschehen. Zu dieser Zeit wurde Jiu Jitsu bei Polizei und Justiz als Ergänzung der Berufsausbildung eingeführt.

Jigoro Kano versucht 1932 Erich Rahn zu einer Systemänderung im Sport zu bewegen und es somit Japan gleichzutun. Hier war man nämlich aus nationalem Interesse bestrebt, ein geändertes System (zunächst nach Kano "Kano Jiu-Jitsu" dann unter Weglassung gefährlicher und für den Wettkampf nicht geeigneter Techniken die "Sanfte Kunst" Judo) einzuführen und so Japans Stellung im internationalen Sportgeschehen zu stärken. Judo sollte auf abendländische Sportideen wie Wettkämpfe (Olympische Spiele) anwendbar sein.

Während Erich Rahn die als richtig erkannte Idee, die Kunst der Selbstverteidigung auszubauen, beibehält und eine Umbenennung ablehnt, gründen andere Jiu-Jitsu-Lehrer wie Alfred Rhode und Otto Schmelzeisen den Deutschen Judo Ring, in dem der Gedanke des Wettkampfes und, wie sollte es im Westen auch anders sein, das Vereinswesen mit Präsidenten, Vorsitzenden und anderen Funktionären seinen Lauf nahm.





Autor:   Michele
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