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Marma Yoga

Marma Yoga

Marma Yoga ist eine Modifikation des klassischen Yoga und beschreibt 107 besonders vitale Stellen des menschlichen Körpers, deren Verletzung zum Ausfall lebenswichtiger Funktionen bzw. zum Tod führen kann. Das ayurvedische Prinzip der Doshas kommt hierbei zur Anwendung.

Beschrieben werden sie im älteren Teil der Suschruta-Samhita, welche in der vorbuddhistischen Periode d.h. vor 500 v. Chr. entstanden sein muss. Im Zusammenhang mit Yoga als besonderem Weg der Bewusstseinsschulung und der Selbsterfahrung taucht die Marma-Lehre erstmals in einem der frühesten uns bekannten Hatha Yoga Texten auf, nämlich in der Vaschischtha-Samhita entstanden um 1250 n.Chr.

Ein Marma wird als eine Stelle am Körper definiert, an der Muskeln, Sehnen, Arterien, Venen, Knochen und Gelenke zusammenlaufen. Diese Punkte sind äußerst empfindlich. Sie sind Wach- und Warnposten des Körpers: Sie wachen über unsere Lebendigkeit und fungieren als Spiegel unseres körperlichen, psychischen und sozialen Fehlverhalten.

  • Die Gelenk-Marmas geben Auskunft, ob die Drehfähigkeit mit der Stabilität in den Gelenken im Einklang steht.
  • Die Muskel-Marmas machen den Zusammenhang deutlich, ob meine äußere Kraft von innerer Stärke getragen wird.
  • Die Blutgefäß-Marmas haben eine Verbindung mit der Hormonausschüttung und somit mit den Emotionen und Gefühlen
    (Lebe ich im Ausgleich von "Geben und Nehmen"?).
  • Die Sehnen-Marmas geben mir Auskunft über den körperlichen Wasserhaushalt sowie über geistige und emotionale Trägheit oder Auszehrung.
  • Die Knochen-Marmas vermitteln Stabilität. Im Zusammenspiel mit Sehnen, Muskeln und Gelenken sind sie für die Aufrichtung und Gesamthaltung des Menschen verantwortlich.

Durch die Übungen werden unserere innerkörperlichen Rhythmen, wie z.B. der Schlaf-Wach-Rhythmus, reguliert. Marma Yoga ist eher als geschlossenes Übungsprogramm zu betrachten und ist hervorragend dazu geeignet sich vom Stress zu regenerieren, etwas für den Körper zu tun und gleichzeitig viel über sich zu erfahren.

Sich spüren

Im Marma-Yoga geht es darum, diese Marmas zu spüren und zu verstehen, was sie "mitteilen". Tut es an diesen Punkten weh oder fühlt man sich schwach, dann stimmt etwas nicht. Durch Übung kann jeder für sich selbst spüren lernen, ob sein Gleichgewicht bezüglich Aktivität und Erholung hergestellt ist oder ob er Raubbau mit seinem Körper und seiner Seele betreibt.

Den Horizont erweitern

Ziel im Marma-Yoga ist es, sich auszudehnen, zu wachsen, zu weiten, seinem Wesen näher zu kommen - auf der körperlichen, psychischen und sozialen Ebene. Der persönliche Handlungshorizont kann wachsen und Lebenslust sowie Lebensperspektive sollen sich entfalten können.


Marma Yoga


Autor:   Michele
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