Warum
das ein oder andere Würzkraut nicht nur Speisen schmackhaft macht sondern
außerdem noch heilende Eigenschaften besitzt war für unsere Vorfahren
nicht immer offensichtlich und oft ein Mysterium. Chemische Analysen und medizinische
Untersuchungen konnten vielfach überliefertes Kräuterwissen bestätigen,
wobei noch längst nicht jeder Wirkstoff der Natur ausreichend erforscht
wurde. Und nicht selten ist es die natürliche Mischung, die eine bestimmte
Wirkung erst möglich macht, wohingegen der isolierte Einzelstoff nur wenig
auszurichten vermag.
Ätherische Öle: Intensiv riechende Stoffwechselprodukte
bestimmter Pflanzen, die in DüÜsen- bzw: speziellen Sekretzellen gebildet
werden. Sie kommen in fast allen Pflanzenteilen vor, ob in Blüten, Blättern,
Nadeln, Stängeln, Früchten, Samen, Wurzeln, Hölzern und Rinden
und können aus einem oder aus einem Gemisch von über hundert verschiedenen
Inhaltsstoffen bestehen.
Alkaloide: Alkalische, relativ kompliziert aufgebaute Stickstoffverbindungen
der Pflanzen, vor allem in Blütenpflanzen. In geringen Mengen sind sie
meist ein sehr wirksames Heilmittel, wobei sie in hoher Dosierung giftig, süchtig
machend bis tödlich sein können, wie z. B. das aus dem Mohn gewonnene
Morphin.
Zur Gruppe der Alkaloide gehören ebenfalls die so genannten Scharfstoffe
wie Capsicin oder Piperin, die für den scharfen Geschmack von Cayennepfeffer,
Gewürzpaprika bzw. Pfeffer verantwortlich sind.
Bitterstoffe: Eine Gruppe unterschiedlicher pflanzlicher Wirkstoffe,
die den Pflanzen als Schutz gegen allzu hungrige Tiere dienen. Alle Bitterstoffe
schmecken mehr oder weniger bitter und werden häufig als Magenheilmittel
eingesetzt.
Carotinoide: Gelbe oder rote Farbstoffe, die ausschließlich
in längeren Pflanzen enthalten sind, und zwar in Blättern, wo sie
die Zellen vor schädigendem Lichteintfuss schützen. Diese werden von
Mikroorganismen synthetisiert und als Provitamin A im menschlichen und tierischen
Organismus in Vitamin A umgewandelt.
Cumarine: Zählen zu den glykosidischen Verbindungen, u.
a. Duftstoffe bestimmter Pflanzen, wie beispielsweise das Cumarin in Waldmeister;
wirken entzündungshemmend, durchblutungsfördernd.
Flavonoide: Eine Gruppe meist gelb gefärbter stickstotffreier
phenolischer Verbindungen mit unterschiedlichen Wirkungsweisen. Die Flavonoide
liegen teils als Pigmente im Zellsaft der Pflanzen an Zucker gebunden vor und
kommen in fast allen Pflanzen teilen vor.
Gerbstoffe: Pflanzliche Stoffe, die Kollagen binden und verändern
können und daher zum Gerben von Leder verwendet werden. Auf Grund ihrer
chemischen Struktur wirken sie adstringierend (zusammenziehend) auf Haut- und
Schleimhautoberflächen und daher entzündungshemmend, reizmildernd
und keimhemmend.
Glykoside: Organische Verbindungen, die aus einem Zuckermolekül
und einem nicht zuckerhaltigen als Aglykon oder Genin benannten Teil bestehen,
der die phannakologische Wirkung bestimmt.
Phytosterine: Pflanzeninhaltsstoffe, die dem Cholesterin ähnlich
sind. Sie besetzen die Cholesterinrezeptoren, wirken somit u. a. cholesterin
und lipidsenkend, da diese dadurch nicht vom Körper aufgenommen werden
können. Wichtiger Bestandteil des Fettfilms der Haut.
Saponine: Pflanzenstoffe, die zu den Phytosterinen gerechnet
werden. Sie bestehen aus einer wasserlöslichen Zuckerkette und einem fettlöslichen
Anteil (Genin). Ihren Namen erhielten sie, da sie in Wasser gelöst einen
haltbaren Schaum bilden. Saponine lösen festsitzenden Schleim, wirken reizmindernd
und allgemein stärkend.
Scharfstoffe: Scharf schmeckende Alkaloide bestimmter Pflanzen,
unter denen Capsaicin das bekannteste ist. Typisch in Cayennepfeffer, Gewürzpaprika
und Chili. Scharfstoffe sind appetitanregend und regen die Magensaft - und Gallesekretion
an.
Schleimstoffe: Kohlenhydrathaltige Pflanzenstoffe, die bei
Kontakt mit Wasser quellen und eine dickflüssige, viskose Lösung bilden.
Wasserlösliche Schleimstoffe wirken reiz- und entzündungshemmend.
Senföle: Stechend riechende Verbindungen von schwefelhaltigen
organischen Säuren. Diese ebenfalls zu den Glykosiden zu rechnenden Pflanzenstoffe
lassen sich mit Hilfe eines Enzyms in Zucker und einen nicht zuckerhaltigen
Teil, das schwefelhaltige Alglykon spalten.
Vitamine: Lebensnotwendige Stoffe, die der menschliche Körper
meist nicht selbst herstellen kann, daür aber in vielen Pflanzen in teilweise
hoher Konzentration vorliegen. Man unterscheidet zwischen wasserlöslichen
(B-Gruppe und C) und fettlöslichen (A, D, E, K) Vitaminen.
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