Sich anstrengen, schwitzen und gleichzeitig Spaß haben? Völlig
unmöglich - das ist der erste Gedanke vieler. Das es doch möglich ist, zeigen
Vereine, Sport- und Fitness-Anlagen, in denen Tausende ihre Ausdauer auf die
Probe stellen. Ende der 70er Jahre wurde
Aerobic aus gymnastischen Bewegungen und Musik zu einem Ausdauer orientierten
Trainingsprogramm entwickelt. Heute bietet Aerobic ein präventives, gesundheitsförderliches
Fitness-Training. Im Mittelpunkt steht das Ausdauertraining
und weitere Fitnesskompononenten wie Kraft, Flexibilität und Koordination, die
in enger Verbindung mit Musik zusammengeführt.
Aerobic ist eine Übungsform
die mit unterschiedlichen Choreographien ausgeführt wird. Meist liegt die Trainingsintensität
im aeroben Bereich und wird heutzutage nach Gesundheitsaspekten aufgebaut. Der
Name wird von aerob (aerob = Sauerstoff) abgeleitet. Unter verschiedenen Bezeichnungen
werden diese Kombinationen aus Gymnastik, Ausdauer und Musik angeboten. Step-Aerobic
(Training mit einer kleinen Plattform), Bodycombat oder Bauch-Beine-Po sind
einige der angebotenen Variationen. Sie unterscheiden sich in den Schwerpunkten
bestimmter Bewegungsabläufe oder den Zusatzgeräten, die während eines Trainings
benutzt werden. Bodypump ist z.B. ein von Les Mills und Sportmedizinern entwickeltes
Kraft-, Ausdauertraining und Trainingsprogramm. Eine organisierte und qualifizierte
Ausbildung der Trainer, medizinische und sportwissenschaftliche Ergebnisse,
sowie Abstimmungen in der Musik und in der Zeichensprache sind für die verschiedenen
Aerobic-Stile typisch. Tänzerische Elemente sowie rhythmische Bewegungsabläufe
werden aneinandergereiht, um dieses Ausdauertraining mit Spass an der Bewegung
zu kombinieren.
Das Spektrum des Aerobic-Angebots ist sowohl für Anfänger und Fortgeschrittene
mit und ohne Choreographie ausgelegt. Durch neu hinzukommende Geräte, wie z.B.
beim Pump (leichte Langhantel) und Mischformen mit anderen Sportarten wie z.B.
beim Tae Bo, entstehen immer wieder neue (trendige) Variationen.
Mit Sauerstoff gesund trainieren
Aerobes Training ist von mäßiger aber
ständiger Anstrengung. Neben der Möglichkeit gezielter Gewichtskontrolle, verbessert
"aerobes" Training die körperliche Konstitution in allen Altersstufen. Der Hauptnutzen
des Aerobics besteht nicht nur in einer verbesserten Leistungsfähigkeit, sondern
auch in der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Denn die Muskeln und
Organe brauchen für ihre Mehrarbeit Sauerstoff zur Energiegewinnung. Um eine
ausreichende Zufuhr an Sauerstoff zu gewährleisten, wird die Atemfrequenz gesteigert.
Der Herzschlag steigt, weil das Herz mehr Blut transportieren muss, um Organe,
wie Muskulatur und Haut mit Sauerstoff aus der Lunge zu versorgen. Das stärkt
den Herzmuskel. Die Folge: Ein trainiertes, leistungsfähiges Herz.
Die Fünf Hauptphasen der Aerobic-Stunde
Die Struktur einer Aerobic-Stunde sollte im Idealfall fünf Phasen umfassen:
- Das "Warm-Up" bezeichnet die Aufwärmphase. Das
Ziel dieser Phase ist die Vorbereitung des Körpers auf die darauf folgende
stärkere Belastung durch Erhöhung der Körperkern-Temperatur und Anstieg der
Pulsfrequenz. (Dauer: 10 Minuten).
- Danach folgt mit der "Cardio-Phase" das Kernstück
einer Aerobic-Stunde. Hier wird durch verstärkte Beanspruchung des Herz-Kreislauf-Systems
(Kardio-Pulmonales-System) und durch die schrittweise Erhöhung der Intensität
der Bewegungen parallel zur erhöhten Musikgeschwindigkeit die Ausdauer-Leistungsfähigkeit
verbessert. (Dauer: 15 bis 30 Minuten)
- In der "Cool-Down" -Phase sollen
Herz-Kreislauf-Prozesse stabilisiert werden. Durch die langsam abnehmende
Intensität von Bewegungsabfolgen wird die Pulsfrequenz gesenkt und einer eventuellen
Blutansammlung in den unteren Extremitäten vorgebeugt. (Dauer: 5 Minuten)
- Während der "Floorwork"-Phase
ist die Kräftigung der Muskulatur des ganzen Körpers wichtig. Besondere Aufmerksamkeit
erlangen hier Muskelgruppen, die bisher wenig beansprucht wurden. Wie der
Name schon sagt, erfolgen Übungen dieser Phase meist im Liegen. (Dauer: 10
bis 15 Minuten)
- "Stretching" bildet den Abschluss
jeder Aerobic-Stunde. In der letzten Phase sollen die hauptsächlich beanspruchten
Muskelpartien gedehnt werden, um einer Verkürzung und daraus entstehenden
Verletzungen vorzubeugen. (Dauer: 5 bis 10 Minuten)
Von A wie Aqua bis S
wie Step: für jeden etwas dabei
Wenn Sie sich für
Aerobic entscheiden, haben Sie die Wahl zwischen einigen Varianten:
- Aqua-Aerobic: Da das gesamte Bewegungs-Programm
im Wasser durchgeführt wird, gilt dieses Training als besonders Gelenkschonend.
Das bedeutet nicht, dass Aqua-Aerobic weniger anstrengend ist!
- Dance-Aerobics: Hip Hop, City
Jam, Cardio-Funk usw. sind alles tänzerische Varianten des Aerobic-Sports.
Die choreographie-ähnlichen Bewegungen sorgen für Spaß und Stimmung in jeder
Gruppe.
- Intervall-Aerobic: Intervall bedeutet
eine Kombination aus Herz-Kreislauf-Training und Kräftigung ausgewählter Muskelgruppen.
Sehr effektiv!
- Kampfsport-Aerobic: Im Tai Bo-,
Box- und Karate-Aerobic werden Elemente von eigenständigen Kampfsportarten
mit Bewegungsmustern des Aerobic kombiniert. Das große Bewegungsspektrum hat
ein entsprechendes Herz-Kreislauf-, Muskelkraft-, Muskelkraftausdauer- und
Koordinations-Training zum Ziel.
- Muskelkräftigung: Bauch-Beine-Po,
Bodyshaping oder -styling, Pump oder Power Dumbel sind Beispiele für Übungsstunden
mit dem Ziel der Verbesserung der Muskelkraftausdauer und dem Entgegenwirken
muskulärer Dysbalancen.
- Step-Aerobic: Hier wird durch
das Training mit einem Stepper, einer kleinen höhenverstellbaren Stufe, ein
besonders intensives Herz-Kreislauf-Training erreicht.
Anfänger sollten sich vor Beginn eines Aerobic-Trainingsprgramms
von einem Sportmediziner bzw. Arzt untersuchen lassen, um vorher eventuelle
Risikofaktoren abzuklären. |