Hatha-Yoga nach B.K.S. Iyengar

Hatha-Yoga ist uns bekannt als Körperübungen (Asanas) und Atemtechniken, die von den alten indischen Yogis und vor allem Patanjali, entwickelt wurden. Indische Gelehrte nennen diese Disziplin das "Bezwingen der Materie". Wenn wir uns schon mit Hatha-Yoga beschäftigt haben, dann kennen wir diese Übungen z.B. als Hund, Brücke, Held oder den Sonnengruß. B.K.S. Iyengar war Schüler des berühmten Yogi Tirumalai Krishnamacharya, der als Vater des modernen Yoga gilt. Die meisten der heute in der westlichen Welt gelehrten Hatha-Yoga-Stile gehen auf seine Lehre zurück.

B.K.S. Iyengar hat diese altbekannten Asanas durch die Anwendung von Hilfsmitteln perfektioniert. Die meisten Asanas können von jedem Anfänger ausgeführt werden. Bei einem geübten Yogi sieht die Körperhaltung des gleichen Asana jedoch völlig anders aus, als bei einem Anfänger. Jeder Übende entwickelt sich also im laufe der Zeit in einem Asana weiter. Ein geübter Yoga Schüler ist in der Lage seine Muskeln einzeln anzusprechen, Spannung in den Muskeln zu halten, Hüften zu öffnen und vieles mehr. Dies kann ein Anfänger noch nicht in der gleichen Perfektion.

Präzision

Das spezielle an Iyengars Methodik des Hatha-Yoga ist die Präzision. Iyengar entdeckte, wie subtile Bewegungen eine Haltung nicht nur vervollständigen sondern ihr eine neue Qualität und Dimension erschließen. Je genauer wir ein Asana ausführen, je mehr kommen wir in den Genuss der Heilkräfte des Asanas. Diese Genauigkeit können wir normalerweise erst durch langes üben erzielen.

Hilfsmittel

Damit wir als Übende von Anfang an das Maximum aus den Übungen erzielen können, hat Iyengar Hilfsmittel eingeführt wie Gurte und Blöcke. Diese wurden zuerst in der Natur gefunden, wie Baumstämme und Steine. Für die westlichen Yoga-Studios gibt es statt dessen Holzklötze, Stühle, feste Kissen und alles was sonst praktikabel ist. Mit diesen Hilfsmitteln wird die Genauigkeit eines Asanas gefördert. Für einen außen stehenden ist der Umgang mit den Hilfsmitteln zuerst gewöhnungsbedürftig. Festschnallen mit Gurten mag da fast ein wenig an eine Folter erinnern. Wenn man die Hilfsmittel jedoch selbst verwendet, dann spürt man die Unterstützung und möchte nicht mehr darauf verzichten.

Yoga gegen Körperbeschwerden

Krishnamacharya wies jeder Körperhaltung (Asana) ihren therapeutischen Wert zu und kombinierte unterschiedliche Yoga-Asanas zum Wohle von Gesundheit und Selbstentwicklung. Wegen der Präzision der Übungen im Iyengar-Yoga, sind diese geeignet um Körperbeschwerden, vor allem Rücken- und Hüftbeschwerden, zu verbessern. Der Übende perfektioniert jede Haltung und erspürt die Blockaden in seinen Muskeln. Die Hilfsmittel helfen dem Übenden bis an seine persönlichen Grenzen vorzudringen. So kann er sich seiner schlechten Körperhaltungen und der damit verbundenen Blockaden bewusst werden und diese verändern. Das ist ein langwieriger Prozess. Was man sich in vielen Jahren als schlechte Gewohnheit zementiert hat, braucht Zeit um wieder reversiert zu werden. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, denn das allgemeine Wohlbefinden steigt schon nach der ersten Yoga Stunde.





Autor:   Uta Kapp
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