Woher stammt Tai Chi Chuan
Ta Chi Chuan oder kurz Tai Chi ist eine Bewegungsmeditation, die aus einer Selbstverteidigungsmethode
entstanden ist und daher auch "Schattenboxen" genannt wird. Der Begriff
"Tai Chi" bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie "
Der größte Firstbalken" oder "das höchste Prinzip".
Damit wird etwas beschrieben, das keine Grenzen hat. Die Chinesen nennen auch
das Universum Tai Chi. Der Zusatz "Chuan" heißt "Faust"
oder "Fausttechnik". Schon der Begriff weist darauf hin, dass Tai
Chi Chuan ursprünglich eine Kampfkunst ist.
Die
bekannteste Legende zur Entstehung von Tai Chi Chuan ist die des daoistischen
Mönchs Chang San Feng aus dem 13. Jahrhundert. Dieser beobachtete eines
Tages den Kampf zwischen einer Schlange und einem Kranich, aus dem weder ein
Sieger noch ein Besiegter hervorging. Die Schlange konnte mit weichen und runden
Bewegungen den schnellen, harten Attacken des Kranichs ausweichen. Auf der Basis
dieser Beobachtung entwickelte der Mönch eine Kampfkunst, die bis heute
ausgeübt wird.
Tai Chi Chuan sind klassische chinesische Körperübungen, die die Gesundheit
und das körperliche Wohlbefinden fördern. Sie helfen den Körper von Verspannungen
zu befreien, regen den Kreislauf an, aktivieren Muskeln und Sehnen. Vor allem
Beweglichkeit, Balance und Kraft werden aufgebaut. Für die Chinesen ist Tai
Chi Heilgymnastik, Atemkunst und Meditation in einem. Da es bei Tai Chi vor
ellem um Entspannung, Atemkontrolle, geistige Konzentration und langsame und
ausbalancierte Bewegungen geht, hat es viele positive Auswirkungen auf unsere
Gesundheit.
So verbessert es nicht nur die Körperhaltung,
sondern auch Kreislauf, Stoffwechsel und Nervenfunktion. Außerdem beschleunigt
es den Heilungsprozess bei Krankheiten. Bestehende Beschwerden lassen sich somit
lindern oder heilen. Viele gesundheitsfördernde Aspekte des Tai Chi sind mittlerweile
wissenschaftlich belegt. Dies konnte auch in einer Studie am Oregon Research
Institute in den USA nachgewiesen werden. Die TeilnehmerInnen an der Studie
fühlten sich schon nach drei Monaten, in denen sie zweimal pro Woche an einem
je einstündigen Tai Chi-Kurs teilgenommen hatten, gestärkt und auch entspannter.
Nach sechs Monaten waren die Tai Chi-Trainierten einer Kontrollgruppe Gleichaltriger
ohne Training hinsichtlich körperlicher Aktivität, Beweglichkeit und Kraft weit
überlegen (Quelle: Ärzte-Zeitung, Mai 2001 ).
Die heilgymnastischen Übungen können
auch ergänzend als Therapie bei funktionellen und physischen Störungen
angewandt werden, denn im Verlauf einer Einzelübung werden in ausgewogener
Weise alle Muskeln, Sehnen, Gelenke und Knochen beansprucht. Die gerade Haltung
des Rückens bewirkt einen Dehneffekt der Wirbelsäule, durch den die
Bandscheiben entlastet werden. Auch das Nervensystem wird von der Rückenhaltung
beeinflusst.
Die Übungen des Tai Chi fördern die Geschmeidigkeit der Muskeln und
damit gleichzeitig die Arbeit des Nervensystems. Die gleichmäßigen
und fließenden Bewegungen wirken entspannend und können zunächst
in einen meditativen Zustand und bei zunehmender Vertiefung sogar zu einer erholsamen
Versenkung führen. So baut Tai Chi Überreiztheit, Nervosität
und andere Stresserscheinungen ab.
Im Westen werden die asiatischen Techniken vor
allem wegen der körperlichen Ertüchtigung und zur Selbstverteidigung angewandt.
Ursprünglich war das sogennante "Schattenboxen" eine chinesische Kampfkust ohne
Waffen. Die Bewegungsabläufe von Tai Chi und seine inneren Strukturen wurzeln
in den Grundideen des Taoismus, einer zeitlosen Philosophie, nach der es darauf
ankommt mit den natürlichen Gesetzen im Einklang zu leben, Körper, Geist und
Seele gleichermaßen zu entwickeln. Dieser Grundsatz der taoistischen Philosophie
findet seine Entsprechung in der Art und Weise, wie die Übungen ausgeführt
werden. Es sind Abfolgen von harmonischen und fließenden Bewegungen, mit
denen eine einheitliche Bewegung des ganzen Körpers angestrebt wird.
Der Yang-Stil des Tai Chi ist der populärste Stil
in Europa. Es gibt mehr als 100 verschiedene Stellungen, die meisten werden
allein ohne Hilfsmittel ausgeübt, manche sind zu zweit oder mit einem Stock
möglich. Tai Chi umfasst im wesentlichen heilgymnastische Übungen, die als ergänzende
Therapie oder als Mittel zur Vorbeugung von psychischen und funktionellen Beschwerden
eingesetzt werden können. |