Eine
Systemaufstellung ist der Oberbegriff für verschiedene Aufstellungsvarianten,
von denen die Familienaufstellung nach Hellinger die bekannteste ist. Die Wurzeln
der Aufstellungsarbeit liegen im therapeutischen, insbesondere psychotherapeutischen,
Umfeld. Außer in der Therapie finden sich auch Anwendungsmöglichkeiten
in der Sozialarbeit und Pädagogik, Selbstmanagement, Management und in
der spirituellen Entwicklung. Die Methode kann in vielen Lebenssituationen weiterhelfen.
Ob es sich nun um körperliche oder psychische Symptome, berufliche Probleme,
bewusste oder unbewusste traumatische Erfahrungen, Partnerschafts- oder Eltern/Kind-Konflikte
handelt. Das Aufstellen enthält Möglichkeiten, diese Dynamiken in
unserem Leben ganzheitlich klar zu erkennen, zu achten und damit auch in positive
Richtungen zu lenken. Dies wirkt sich in der Regel sogar auf die Beteiligten
aus, die an der Aufstellung nicht persönlich teilgenommen haben.
Vorgehensweise
Einige Anbieter führen sogenannte Schnupperabende mit einer Dauer von 3
Stunden durch, für die keine Voranmeldung erforderlich ist. Die Teilnehmer
können sich zur Verfügung stellen oder erhalten eine eigene Aufstellung.
Üblicherweise können solche Aufstellungen 1 bis 5 Tage lange dauern
und werden in der Regel in einer Gruppen ausgeführt. Dabei sucht sich eine
Person, die z.B. ihr Familiensystem aufstellen möchte, Stellvertreter aus
der Gruppe aus, die dann für die einzelnen Familienmitglieder stehen sollen.
Dabei ensteht ein Phänomen welches als "wissendes Feld" bezeichnet
wird. Dieses wissende Feld zeigt dann nicht nur die Verstrickungen, sondern
auch die Lösungen auf. Die intuitiv zugeordneten Positionen, der einzelnen
Stellvertretter werden dann mit Hilfe der Aufstellungsleitung bzw. des Aufstellungsmoderators
analysiert.
Jeder, der aufgestellt wird oder zuschaut, geht selbst durch das Mit-Fühlen
ein Licht auf, denn so verschieden sind die Probleme der Menschen nicht. Oft
werden in den Aufstellungen für andere die eigenen Probleme mit angesprochen
und mögliche Lösungen aufgezeigt. Bei Aufstellungen, die mit ungeübten
Vertretern durchgeführt werden, ist es üblich, dass sich die Vertreter
erst dann äußern, wenn sie vom Aufstellungsleiter befragt werden.
Darüberhinaus kann der Leiter bei einzelnen Aufstellungen einen einzelnen
Vertreter benennen, der sich frei bewegen und agieren kann. Dieser Vertreter
wird dann auch als freies Element bezeichnet. Aufstellungsvarianten, bei denen
sich alle Vertreter frei bewegen können, werden als Bewegungen der Seele
bezeichnet und mit erfahreneren Vertretern durchgeführt.
Aufstellungsvarianten
Familienaufstellung:
- Aufstellung des sog. Herkunftssystems
- Aufstellung des sog. Gegenwartssystems
Komplexe soziale Realitäten
(Verstrickungen) können damit zur Anschauung gebracht werden, um z.B. Traumatisierungen
in einem Familiensystem über mehrere Generationen hinweg nach zu vollziehen.
Schwere Schicksale in den Generationen der Vorfahren, wie z.B. früher Tod,
Vertreibung, Trennungen und Ausgrenzungen wirken oft bis in die Gegenwart hinein.
Durch das Aufstellen von Familiensystemen rücken diese Verstrickungen ans
Licht. Bert Hellinger entwickelte diese neuartige Form einer intensiven Kurzzeittherapie.
Dabei entdeckte er eine Reihe von Ordnungen und Gesetzmäßigkeiten,
die sich über ein eng verknüpftes Netz von Beziehungen und Bindungen
über mehrere Generationen erstrecken. |